Carry-Trade: Wie eine Trading-Strategie die globalen Börsen erschütterte
New York, Düsseldorf. Am Finanzmarkt galt jahrzehntelang eine Sache als sicher, sagt Russell Napier: „Die USA sind in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht eine Insel, die von globalen Trends weitgehend unbeeinflusst bleibt.“ Die Ereignisse der vergangenen Tage hätten gezeigt, dass diese Theorie widerlegt sei, schreibt der Mitgründer des Analysehauses ERIC in einer Studie.
Am Montag brach der breit gefasste US-Leitindex S&P 500 um 3,0 Prozent ein und der technologielastige Nasdaq um 3,4 Prozent, nachdem es an den japanischen Börsen und an den Kryptomärkten zu noch heftigeren Turbulenzen gekommen war. Nach einer zweitägigen Erholung sinken die Kurse am Donnerstag erneut. Experten zweifeln, dass die Turbulenzen an den Märkten bereits überstanden sind.
Auslöser des globalen Börsenbebens war laut Napier eine Zinserhöhung der Notenbank in Japan vergangenen Mittwoch, die eine beliebte Handelsstrategie plötzlich deutlich weniger attraktiv aussehen ließ. Die Rede ist vom sogenannten „Carry-Trade“, der lange Zeit eine wichtige Säule der globalen Finanzwelt war und nun ruckartig rückabgewickelt werden muss.
Stephanie Link, Chefstrategin des Vermögensverwalters Hightower, geht davon aus, dass 80 Prozent der Kursverluste vom Montag auf den Carry-Trade zurückzuführen waren. Auch Roman Przibylla vom Schweizer Wertpapierhaus Maverix Securities AG sagte am Dienstag: „Ich denke, dass uns gerade die Carry-Trades um die Ohren fliegen.“ Aber was steckt hinter den Carry-Trades?
Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema: