Grüne Geldanlage: „Planwirtschaftliche Manier“: Kritik am EU-Ökolabel für nachhaltige Finanzprodukte
Drei unterschiedliche Initiativen, um die Nachhaltigkeit im Finanzsystem zu fördern.
Foto: dpaBrüssel. Die EU-Kommission plant ein Ökolabel für Finanzprodukte, die sich an Privatkunden richten. Dafür hat die Brüsseler Exekutive einen ersten Entwurf vorgelegt. Ziel ist es, Kleinanlegern bei nachhaltigen Finanzprodukten künftig eine bessere Orientierung zu geben. Die Kriterien für die Vergabe des EU-Umweltzeichens sind Investitionen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten.
Ein Ausschluss vom Ökolabel kann aus ökologischen und sozialen Gründen erfolgen. Die Kriterien lehnen sich nur grob an die geplante Taxonomie für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzbranche an. In manchen Teilbereichen werden deutlich strengere Maßstäbe vorgeschlagen. Beispielsweise müssen Unternehmen nachweisen, dass sie keine ökologisch fragwürdigen Investments mehr machen.
In der Finanzbranche trifft das EU-Umweltzeichen für Investmentfonds und Anleihen daher auf Kritik. „Wir sehen kritisch, dass die Schwellenwerte für den grünen Portfolioanteil nach wie vor zu ambitioniert sind und zu wenig Raum für Diversifikation der Portfolios lassen werden. Überdies halten wir die Listen für ökologische und soziale Ausschlüsse für viel zu lang„, sagte Magdalena Kuper, Abteilungsdirektorin beim deutschen Fondsverband BVI, dem Handelsblatt am Montag.