Investition: Was die demografischen Trends für Schwellenländer bedeuten
München. Viele Investmentexperten sprechen von einem verlorenen Jahrzehnt für die Emerging Markets. Denn etwa seit 2010 läuft es dort nicht mehr rund. Während die Aktienmärkte der Schwellenländer ihren Pendants in den Industrieländern in der ersten Dekade dieses Jahrhunderts noch davonliefen, hinkten sie ihnen in der Folge hinterher.
Zwischen Oktober 2009 und Oktober 2024 legte der MSCI Emerging Markets in US-Dollar zwar 175 Prozent zu. Der MSCI World jedoch kam im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 436 Prozent.
Die Gründe sind vielfältig. Wie die Analysten von Robeco in einer Studie feststellen, führten die quantitative Lockerung und die künstlich niedrigen Zinsen in den Industrieländern dazu, dass insbesondere US-Unternehmen sich günstig Kapital verschaffen und eigene Aktien zurückzukaufen konnten.
Letztlich hatte das eine Ausweitung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse und eine Outperformance der entwickelten Aktienmärkte zur Folge. Dazu kam etwa ab 2014 ein stärkerer US-Dollar, was laut Robeco die relative Wettbewerbsfähigkeit der Schwellenländer untergrub. Außerdem gaben die Rohstoffpreise nach und die geopolitischen Bedenken nahmen zu. Dazu kam das verlangsamte Wachstumstempo in China.