Sanierungen: Ringen um die Datingportale von Spark: Aktionäre fürchten Enteignung
Düsseldorf, Berlin. Der Digitalkonzern Spark Networks SE verspricht Romantik – und dass der Liebesfunke zündet. Auf seinen Internetplattformen können Singles glaubensgleiche Partner suchen. Es gibt „Christian Mingle“ für einsame Christen, „Jswipe“ für jüdische Millennials und „LDSsingles“, wo angeblich eine halbe Million Mormonen angemeldet sind. Hinter den Kulissen herrscht hingegen keine Harmonie, dort eskaliert ein Streit um die Zukunft des Konzerns. Geht es nach dessen Management, steht sogar ziemlich unromantisch eine Trennung bevor: von den eigenen Aktionären.
Der Konflikt entzündet sich an einem Sanierungsplan, den Spark vor wenigen Wochen vorgelegt hat. Ausgerechnet das Amtsgericht in Berlin-Charlottenburg soll darüber entscheiden, ob er zulässig ist. Dabei konzentrieren sich die wichtigsten Marken des Digitalkonzerns überwiegend auf den nordamerikanischen Singlemarkt. In Deutschland dürfte nur „eDarling“ bekannt sein.
Die Frontlinie verläuft zwischen Aktionären sowie dem Management und dem wichtigsten Geldgeber: Der US-Hedgefonds MGG Investment Group aus New York hat Spark mit einem Darlehen über rund 100 Millionen US-Dollar versorgt. Hedgefonds und Gesellschaft wollen gemeinsam den Sanierungsplan durchsetzen. Die Aktionäre fürchten indes einen Versuch, sie mithilfe des deutschen Rechts zu enteignen.