Deutsche-Bank-Tochter: Vertragsverlängerung für DWS-Chef Stefan Hoops
Frankfurt. Der Vertrag von DWS-Chef Stefan Hoops wird um drei Jahre bis 2028 verlängert. Das schreiben der stellvertretende Vorstandschef der Deutschen Bank, James von Moltke, und DWS-Aufsichtsratschef Oliver Behrens in einer Mitteilung an die Mitarbeiter der Deutsche-Bank-Fondstochter. Das Schreiben liegt dem Handelsblatt vor.
Seit seinem Start als DWS-Vorstandschef vor zweieinhalb Jahren habe Hoops gemeinsam mit den Mitarbeitern „die DWS beruhigt und in einem herausfordernden Umfeld für die Zukunft neu ausgerichtet“, schreiben von Moltke und Behrens.
Gemeinsam sei das Ansehen der DWS bei Kunden und am Kapitalmarkt wiederhergestellt worden. Hoops habe mit seinem Team in der Geschäftsführung zudem die richtigen unternehmerischen Entscheidungen getroffen, um die DWS für die „Disruption“ in der Branche vorzubereiten, heißt es weiter.
Im Juni 2022 war Hoops von der Konzernmutter Deutsche Bank gekommen, um den Vorstandsvorsitz der DWS zu übernehmen. Vorgänger Asoka Wöhrmann war in einer Affäre um sogenanntes Greenwashing und nach Vorwürfen einer dubiosen Vermischung privater und geschäftlicher Interessen zurückgetreten.
Das Thema „Greenwashing“ ist für die DWS auch mehr als drei Jahre nach Beginn staatsanwaltlicher Untersuchungen noch nicht abgehakt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft der DWS vor, ihre Fonds als „nachhaltiger“ und „grüner“ beworben zu haben, als sie tatsächlich waren. Immer wieder betont Hoops, sein Haus arbeite nach wie vor eng mit den Behörden zusammen.
Investoren rechnen damit, dass in nächster Zeit ein Vergleich geschlossen wird und die DWS eine Strafe von rund 20 Millionen Euro erhält. Vor gut einem Jahr hatte die US-Börsenaufsicht SEC wegen gleich gelagerter Vorwürfe eine Geldbuße in Höhe von 19 Millionen Dollar gegen die DWS verhängt.
Hoops steht für eine stärkere Leistungsorientierung der DWS-Beschäftigten. Einige hochrangige Mitarbeiter, die sein Vorgänger geholt hatte, sind inzwischen gegangen.
Unter dem neuen Finanzchef Markus Kobler wurde im vergangenen Jahr ein neues Kostenmanagement eingeführt, um vor allem Fixkosten zu senken und die Mitarbeiterstruktur zu verjüngen. Um die Digitalisierung voranzutreiben, wechselten zwei weitere Deutsche-Bank-Manager zur DWS: Andre Bajorat und Rafael Otero.
Zudem hat Hoops einen Wachstumskurs angekündigt. Zulegen soll die DWS in den nächsten Jahren vor allem über den boomenden Markt für börsengehandelte Indexfonds (ETF) und über Produkte mit alternativen Anlagen.
Die margenschwachen ETFs stehen bereits für einen Großteil der Kapitalzuflüsse des Hauses und hievten neben den Kursgewinnen bei Wertpapieren das gemanagte Kundenvermögen des Fondsanbieters zuletzt über die Marke von einer Billion Euro.
Die Bewährungsprobe bei alternativen Anlagen steht indes noch aus, unter dem Strich haben diese Fonds zuletzt Kapital verloren.
Die DWS wird in der unter Margendruck stehenden Branche auch ein potenzieller Fusionspartner genannt, etwa für die Allianz-Tochter Allianz Global Investors. Der Versicherer hat allerdings Insidern zufolge zuletzt mit dem Konkurrenten Amundi verhandelt.
Der Kurs der DWS-Aktie ist seit dem Amtsantritt Hoops’ um 47 Prozent geklettert, stärker als der europäischer Konkurrenten. Davor hatte sich die Aktie schwach entwickelt.