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FintechCEO-Kandidat sagt ab – Was das für Solaris bedeutet

Das Berliner Fintech wollte den Manager Frank Niehage als neuen CEO gewinnen. Er sagte nun ab. Damit muss Solaris mit einer Führung weitermachen, die das Vertrauen des Eigners verloren hat.Dennis Schwarz, Andreas Kröner, Yasmin Osman 21.08.2025 - 16:10 Uhr Artikel anhören
Solaris-Zentrale in Berlin: Das Fintech hatte Anfang des Jahres 140 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Foto: Solarisbank

Frankfurt. Das Berliner Fintech Solaris muss vorerst mit einer angeschlagenen Führungsspitze weitermachen. Monatelange Verhandlungen mit Frank Niehage über die Übernahme des CEO-Postens sind gescheitert, wie mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt sagten.

Niehage war fast zehn Jahre Vorstandschef beim Onlinebroker Flatexdegiro. Im April 2024 war er bei dem Unternehmen ausgeschieden.

Zuletzt galt er als Favorit für den Chefposten bei Solaris. Niehage bestätigte die Absage an Solaris. Zu weiteren Details wollte er keine Stellung nehmen.

Ein Solaris-Sprecher sagte: „Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Gerüchten oder Spekulationen.“ Der amtierende Vorstand sei bis Ende 2026 bestellt. Im Frühjahr hatte Solaris angekündigt, den Vorstand der Firma verstärken zu wollen.

Das Unternehmen ermöglicht es anderen Start-ups, die Banklizenz des Instituts zu nutzen und damit erste Geschäfte zu machen. Zudem bietet das Fintech etablierten Unternehmen Bankdienstleistungen an, beispielsweise die Ausgabe von Kreditkarten.

Die Absage Niehages verschärft die Lage bei dem Berliner Fintech: Solaris-Mehrheitseigner SBI traue der aktuellen Geschäftsführung unter CEO Carsten Höltkemeyer keinen Strategiewechsel zu, heißt es in Finanzkreisen.

Frank Niehage: Der ehemalige Chef von Flatexdegiro hat Solaris nach eigenen Angaben abgesagt. Foto: dpa

Eine neue Strategie ist aber nötig: Den Fokus wollte Solaris bereits bei Höltkemeyers Amtsantritt von kleinen Fintechs zu großen, etablierten Unternehmen verschieben. Doch bislang ist es dem Fintech nicht gelungen, eine ausreichend profitable neue Strategie zu finden.

Auch deshalb hat der Investor aus Japan offenbar bereits vor Monaten mit der Suche nach einem neuen Vorstandschef begonnen. Wie es nach Vertragsende von Höltkemeyer an der Unternehmensspitze weitergeht, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Das gilt Finanzkreisen zufolge auch für die Frage, ob vorher noch ein neuer Vorstandschef eingesetzt wird.

Solaris wollte sich dazu konkret nicht äußern, SBI reagierte auf eine Anfrage des Handelsblatts zunächst nicht.

Der amtierende CEO Höltkemeyer hatte im April für Aufsehen gesorgt, als er auf offener Bühne darüber sprach, wie sehr ihn sein Job fordert. „Wir hatten zwei oder drei sehr ernste Situationen in unserem Unternehmen, in denen ich tatsächlich an meiner Grenze war“, sagte Höltkemeyer auf dem Fintech-Event Fibe. Er berichtet von „sehr schlaflosen Nächten“ und darüber, dass er „mehrmals“ bereut habe, den Job überhaupt übernommen zu haben.

Die Frage bleibt, welche Optionen Solaris und SBI jetzt überhaupt noch haben. Öffentlich haben sich Solaris und auch SBI nicht dazu geäußert, wie es weitergeht, oder ob man trotz der parallelen Chefsuche mit Höltkemeyer bis zum Ende seiner Amtszeit im kommenden Jahr weitermacht.

Solaris galt einmal als eines der wertvollsten deutschen Fintechs. Bei der letzten Finanzierungsrunde Anfang des Jahres sammelte Solaris 140 Millionen Euro von Investoren ein, musste im Gegenzug aber eine drastische Abwertung hinnehmen: Von den einst 1,6 Milliarden Euro an Unternehmensbewertung sind weniger als 100 Millionen übrig geblieben.

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Der japanische Investor SBI sicherte sich dabei Anteile von insgesamt rund 80 Prozent. Als Teil der SBI Group werde Solaris künftig verstärkt Geschäftsmöglichkeiten mit Partnerunternehmen innerhalb des Ökosystems ausloten, sagte ein Sprecher von Solaris damals.

Solaris hatte 2023 einen Fehlbetrag von 178 Millionen Euro verbucht, nach einem Minus von 56 Millionen Euro im Jahr 2022. Grund war vor allem die Abschreibung der britischen Tochter Contis mit 123 Millionen Euro. Neuere Zahlen sind noch nicht veröffentlicht.

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