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Französische Großbank BNP steigert Gewinn dank Sparprogramm – Aussichten für 2020 eher verhalten

Die Kürzungen im Investmentbanking haben die BNP wieder auf Erfolgskurs geführt. Die zweitgrößte Bank Europas konnte ihren Gewinn um fast neun Prozent steigern.
05.02.2020 Update: 05.02.2020 - 15:43 Uhr Kommentieren
Das Sparprogramm der Bank zeigt Wirkung. Quelle: AFP
BNP Paribas

Das Sparprogramm der Bank zeigt Wirkung.

(Foto: AFP)

Paris Bei der Bilanzkonferenz der BNP Paribas im traditionellen Sitz der Bank nahe der alten Oper in Paris sieht die Chefriege höchst zufrieden aus. Bankchef Jean-Laurent Bonnafé fasst die Stimmung für das vergangene Jahr zusammen: „Es war ein solides Jahr.“ Die Kosten habe man bestens im Griff, die Risikokosten seien niedrig. In allen Bereichen lief es gut und die Bank setzte ihren Wachstumskurs fort. Auch das vierte Quartal lief besser als erwartet.

Die größte französische Bank hatte sich ein Sparprogramm auferlegt und konnte so den Gewinn steigern. Auch im zuletzt geschrumpften Investmentbanking läuft es wieder besser. Insgesamt gelang es der Bank, ihren Gewinn um 8,6 Prozent auf knapp 8,2 Milliarden Euro zu steigern. Das übertrifft die Erwartungen der Analysten. Die Erträge legten um 4,9 Prozent auf knapp 44,6 Milliarden Euro zu. Der Anstieg der Kosten hielt sich mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro in Grenzen.

Schon vorher war mit guten Zahlen gerechnet worden. Die Börse reagierte deshalb zunächst nicht euphorisch, die BNP-Aktie sackte sogar um ein halbes Prozent ab, erholte sich dann gegen Mittag aber wieder. Als Grund für die zeitweisen Verluste sehen Analysten auch die Senkung des Renditeziels für 2020.

Die Eigenkapitalrendite (ROTE) werde 2020 vorrausichtlich nur bei zehn statt vorher erwarteten 10,5 Prozent liegen, hieß es. Das ist immerhin ein Anstieg von 0,2 Prozent im Vergleich zu 2019.

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    Die zweitgrößte Bank Europas nach der HSBC hat wie auch die Konkurrenz mit Niedrigzinssätzen zu kämpfen. Mit der Senkung der Zinsen war nicht gerechnet worden, eher mit einem Anstieg. Es hieß, die wirtschaftliche Perspektive sei mittelmäßig. Das Privatkundengeschäft sei davon stark betroffen. Nicht abzusehen seien auch die Auswirkungen des Coronavirus aus China sowie die Entwicklungen in den USA.

    Investmentbanking profitiert vom Umbau

    Im Jahr 2020 sollen aber zumindest keine neuen Kosten für den Umbau der Bank mehr anfallen. Zwischen 2017 und 2019 schlug dieser Posten insgesamt mit 2,7 Milliarden Euro zu Buche, für 2019 allein verursachte er Kosten in Höhe von 0,7 Milliarden Euro. Jetzt kann die Bank dagegen voll von ihrem Umbau profitieren: Für 2020 werden Kosteneinsparungen von 1,5 Milliarden Euro erwartet. Der Sparplan wurde 2017 eingeleitet, um die Bank auf strengere Anforderungen vorzubereiten.

    Die drei großen Geschäftsbereiche der Bank entwickelten sich 2019 positiv. Der Ertrag im Geschäft mit Privat- und kleinen Firmenkunden (Domestic Markets) in den Hauptmärkten Frankreich, Italien und Belgien wuchs zwar nur um 0,8 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Die internationale Sparte International Financial Services, zu der das Geschäft mit Konsumentenkrediten, Kreditversicherungen und das Assetmanagement gehören, wuchs dagegen um 6,9 Prozent auf knapp 17,2 Milliarden Euro.

    Besonders beobachtet wurde das Investmentbanking, das zum Bereich CIB (Corporate and Institutional Banking), dem Geschäft mit großen Konzernen und an den Kapitalmärkten, gehört. Jetzt zeigt sich: Der Umbau im Investmentbanking hat sich gelohnt. In der Sparte CIB gab es ein Wachstum von 11,6 Prozent auf knapp 12,1 Milliarden Euro.

    Die BNP expandiert auch zunehmend nach Deutschland, sowohl im Privatkundenbereich als auch im Geschäft mit Firmenkunden. Außer Deutschland sind dabei auch Großbritannien, Holland und Skandinavien im Visier.

    Die Bank passt sich ihrer Zeit an und das nicht nur in Bezug auf zunehmende Digitalisierung – das wurde in Paris ganz deutlich. So ist Laurence Pessez zuständig für den Bereich der nachhaltigen Finanzen, in dem verstärkt soziale Projekte, Firmengründerinnen und erneuerbare Energien unterstützt werden.

    Die BNP setzt auch auf die in Frankreich stark wachsende Start-up-Szene. 65 Prozent der French-Tech-Unternehmen sind Kunden bei der BNP.

    Und es steht noch eine weitere Veränderung an, die im kommenden Jahr einen positiven Ausschlag verspricht. Aufgrund der veränderten Arbeitsbedingungen mit mehr flexiblen Arbeitsplätzen wird weniger Bürofläche in den französischen Städten, vor allem in Paris, gebraucht. Die Bank glaubt deshalb, durch Immobilienverkäufe im kommenden Jahr rund 500 Millionen Euro einzunehmen.

    Mehr: Europas Banken liegen weit hinter den Geldhäusern in den USA zurück. Vor allem der Deutschen Bank schlägt an den Märkten Misstrauen.

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