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Finanzbranche Europas Banken liegen weit hinter den Geldhäusern in den USA zurück

Zweiklassengesellschaft bei den Geldhäusern: Der US-Bankenindex hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. Das europäische Pendant ist dagegen um rund ein Drittel abgesackt.
14.01.2020 - 18:37 Uhr Kommentieren
Das Schweizer Institut wird als erste europäische Großbank am 21. Januar seine Jahreszahlen für 2019 präsentieren. Quelle: Reuters
Das Logo der UBS in Zürich

Das Schweizer Institut wird als erste europäische Großbank am 21. Januar seine Jahreszahlen für 2019 präsentieren.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Traditionell lassen sich die europäischen Banken etwas mehr Zeit mit ihren Jahresergebnissen. Aber das ist nicht der einzige Unterschied zwischen der Wall Street und den Instituten auf dem alten Kontinent. In den Jahren seit der Finanzkrise hat sich eine klare Hackordnung herausgebildet – mit einem deutlichen Vorteil für die Finanzriesen aus den USA.

Ein Blick an die Börse macht die Kräfteverhältnisse klar: Während sich der Bankenindex des S&P 500 an der Wall Street in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht hat, sackte das vergleichbare Bankenbarometer im europäischen Stoxx-600-Index um rund ein Drittel ab.

Kian Abouhossein, Bankenanalyst bei JP Morgan, hält für die europäischen Geldhäuser zumindest ein kleines Trostpflaster bereit. Zum ersten Mal seit drei Jahren geht er nun davon aus, dass Europas Banken an der Börse besser abschneiden könnten als ihre transatlantischen Wettbewerber. Der wichtigste Grund für die neue Einschätzung: Nachdem Abouhossein seine Gewinnschätzungen für die Institute in der EU in den vergangenen beiden Jahren deutlich nach unten korrigiert hatte, hat er sie jetzt erstmals wieder erhöht.

Aber es handelt sich tatsächlich nur um einen kleinen Trost. Denn trotz dieser für Europa positiven Nachricht dürfte sich an der Zweiklassengesellschaft so schnell nichts Grundlegendes ändern. Abouhosseins Zuversicht gilt nur für die kommenden sechs Monate.

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    Langfristig bevorzugt er nach wie vor eindeutig die US-Banken und führt dafür drei Gründe an: Die chronische Minuszinspolitik der Europäischen Zentralbank drückt auf die Margen, und diesen Druck könnten die Banken auch durch höhere Gebühren nicht ausgleichen.

    Außerdem seien die europäischen Banken nicht oder nur schlecht auf eine drohende Abkühlung der Konjunktur vorbereitet. Und schließlich gebe es kaum Anzeichen dafür, dass die überfällige Konsolidierung des zersplitterten Markts in Europa endlich in Gang komme.

    Die jüngsten Zahlen der paneuropäischen Bankenaufsicht Eba zeigen, wie groß die Unterschiede zwischen den europäischen und den amerikanischen Banken noch immer sind. Im dritten Quartal ist die Eigenkapitalrendite von knapp 150 Banken in der EU noch einmal um 0,4 Prozentpunkte auf nur noch 6,6 Prozent abgesackt. Für die größten sechs Geldhäuser in den USA gehen die Analysten dagegen für das gesamte Jahr 2019 im Schnitt von mindestens zehn Prozent aus.

    Misstrauen gegen die Deutsche Bank

    Die Unterschiede zwischen den US-Banken und ihren europäischen Wettbewerbern spiegeln sich auch im Verhältnis von Börsenkurs zu Buchwert wider, einem der wichtigsten Maßstäbe für das Vertrauen der Investoren in eine Bank. Ein Wert von eins und darüber signalisiert Vertrauen, ein Wert darunter latentes Misstrauen.

    Die größten sechs US-Banken kommen im Schnitt auf ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,3. Bei den beiden besten kontinentaleuropäischen Banken, der Schweizer UBS und dem Züricher Konkurrenten Credit Suisse, liegt diese Kennzahl derzeit bei 0,8. Auf dem dritten Rang folgt die französische BNP Paribas mit 0,6. Die Deutsche Bank erreicht trotz des Strategiewechsels nur ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,3.

    Die UBS wird als erstes größeres europäisches Institut am 21. Januar ihre Zahlen für 2019 präsentieren. Die Analysten gehen zwar im Schnitt von einem leichten Rückgang des Nettogewinns auf 4,2 Milliarden Dollar aus. Das reicht aber noch immer für eine Eigenkapitalrendite von etwa zwölf Prozent.

    Damit dürfte das Züricher Geldhaus zu den rentabelsten Großbanken in Europa gehören. Auch in dieser Kategorie rangiert die Deutsche Bank am unteren Ende der Skala. Der radikale Umbau, den Vorstandschef Christian Sewing dem Frankfurter Geldhaus im vergangenen Sommer verordnet hat, wird in der Endabrechnung für 2019 noch einmal für einen Milliardenverlust sorgen.

    Mehr: Europas Banken schleppen Probleme in die nächste Dekade. Der Druck auf die Gewinne wird zunehmen. Die Branche sollte dringend in Bewegung kommen, kommentiert Michael Maisch.

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