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Kommentar Europas Bankenbranche kann Stillstand nicht gebrauchen

Europas Banken schleppen Probleme in die nächste Dekade. Der Druck auf die Gewinne wird zunehmen. Die Branche sollte dringend in Bewegung kommen.
01.01.2020 - 16:30 Uhr Kommentieren
Commerzbank und Deutsche Bank bleiben die Sorgenkinder der deutschen Bankenlandschaft. Quelle: Reuters
Bankenviertel Frankfurt

Commerzbank und Deutsche Bank bleiben die Sorgenkinder der deutschen Bankenlandschaft.

(Foto: Reuters)

Das neue Jahrzehnt beginnt für die europäischen Banken nicht gerade hoffnungsfroh. In Italien stehen wieder einmal Rettungsaktionen für kleinere Institute auf dem Programm, in Deutschland ringen mit der Commerzbank und der Deutschen Bank die beiden größten privaten Banken weiter um ein tragfähiges Geschäftsmodell.

Für die Probleme der Geldhäuser in beiden Ländern gibt es ganz spezifische Gründe, gleichzeitig sind sie aber auch Symptome einer Strukturkrise, die durch zyklische Faktoren noch verschärft wird. Die Probleme lassen sich klar an den Daten ablesen: In den ersten neun Monaten 2019 sackte die durchschnittliche Eigenkapitalrendite der europäischen Banken um einen vollen Prozentpunkt auf 6,7 Prozent ab.

Kern der Strukturprobleme ist die Kleinstaaterei in der EU, wenn es um die Finanzbranche geht. Die Bankenunion bleibt Stückwerk, und selbst wenn sie vollendet werden würde, hätten es die Banken noch immer mit einem Flickenteppich aus nationalen Regularien und Gesetzen zu tun. So kann kein einheitlicher Markt entstehen, der notwendig wäre, um die überfällige Konsolidierung in Gang zu bringen.

Verschärft werden diese Probleme durch die schwache Konjunktur in der Euro-Zone, die die Banken gleich doppelt trifft. Zum einen droht ein Anstieg der faulen Kredite, zum anderen hat die Europäische Zentralbank ihre Minuszinspolitik festgeschrieben, um die lahmende Wirtschaft in Gang zu bekommen.

Der Druck auf die Gewinne wird also weiter zunehmen. Die entgangenen Profite fehlen den Banken für dringend notwendige Investitionen in die Digitalisierung, die die gesamte Branche umkrempeln wird. Im schlimmsten Fall droht eine Art Dauerlähmung. Verschleppte Investitionen verschärfen die Strukturprobleme, die die Gewinne dann noch weiter schrumpfen lassen. Stillstand kann sich die Branche allerdings nicht leisten. Sie bräuchte dringend mehr Bewegung – und das schnell.

Mehr: Laut einer Studie liegen die deutschen Geldhäuser hinter der internationalen Konkurrenz zurück. Ihnen drohen sogar negative Eigenkapitalrenditen.

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