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Finanzbranche Trotz aller Sparbemühungen stehen die deutschen Banken schlecht da

Laut einer Studie liegen die deutschen Geldhäuser hinter der internationalen Konkurrenz zurück. Ihnen drohen sogar negative Eigenkapitalrenditen.
16.12.2019 - 15:27 Uhr Kommentieren
Die deutschen Geldhäuser stehen bei wichtigen Kennziffern schlechter da als Banken in anderen europäischen Ländern. Quelle: imago/Jan Huebner
Banken in Frankfurt

Die deutschen Geldhäuser stehen bei wichtigen Kennziffern schlechter da als Banken in anderen europäischen Ländern.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Frankfurt Die deutschen Geldhäuser sparen und sparen. Sie schließen Filialen und streichen Jobs. Trotzdem stehen sie schlechter da als Wettbewerber aus anderen Ländern. Das zeigt eine Studie der Beratungsfirma Bain & Company, die wichtige Kennziffern der Bankenbranche untersucht hat.

So beträgt die Eigenkapitalrendite der deutschen Kreditinstitute 2018 in der Bain-Rechnung nur noch ein Prozent. Das ist der tiefste Wert seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008.

Im Schnitt kommen europäische Banken auf eine Eigenkapitalrendite von sieben Prozent, US-Banken sogar auf zwölf Prozent. „Deutschlands Banken drohen den Anschluss an die internationale Konkurrenz zu verlieren“, sagte Walter Sinn, Deutschlandchef von Bain. Er erwartet, dass die Geldhäuser weiterhin Geschäftsstellen und Personal abbauen und mahnt eine Konsolidierung an.

Die Eigenkapitalrendite ist eine wichtige Kennziffer dafür, wie erfolgreich und effizient ein Unternehmen wirtschaftet. Sie setzt den Gewinn – in diesem Fall nach Steuern – ins Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital und gibt an, wie das eingesetzte Eigenkapital verzinst wird. Die Eigenkapitalrendite sinkt also auch, wenn eine Bank über mehr Eigenkapital verfügt. Das trifft für die deutschen Banken zu und ist ein Grund für den Rückgang der Rendite.

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    Ein weiterer Grund für die schwierige Position der deutschen Geldhäuser: Ihre Kosten sind trotz aller Sparbemühungen unterm Strich nicht gesunken. „Das ist fatal“, so Sinn. Der Druck, der die Erträge weiter belaste, werde nicht durch niedrigere Kosten ausgeglichen. Viele Geldhäuser investieren derzeit stark in die Digitalisierung, das treibt die Aufwendungen nach oben.

    Die Kosten-Ertrags-Relation liegt bei 73 Prozent und damit über dem Niveau in vielen anderen Ländern. Das bedeutet, dass die deutschen Banken einen Euro verdienen, wenn sie 73 Cent aufwenden.

    Abhängigkeit vom Zinsergebnis

    In diesem Jahr hat sich Sinn zufolge daran kaum etwas geändert. Dabei ringen die deutschen Banken nicht nur mit den Kosten. Auch ihre Erträge stagnieren. Die deutschen Geldhäuser leiden besonders unter den Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Das Geschäft der deutschen Banken ist stark abhängig vom Zinsergebnis.

    Zudem ist der Wettbewerb auf dem deutschen Bankenmarkt sehr hart. Ein Resultat sind relativ niedrige Gebühren für Girokonten.

    Bain & Company rechnet sogar damit, dass die Eigenkapitalrendite der deutschen Banken bis 2025 ins Negative rutschten kann. Die Unternehmensberatung geht bei der Berechnung der Kennzahl allerdings anders vor als beispielsweise die Bundesbank.

    Die Bundesbank hat kürzlich die Eigenkapitalrendite der deutschen Geldhäuser für 2018 mit 2,4 Prozent beziffert. Der Unterschied: Bain klammert eine bestimmte Form der Risikovorsorge aus, die sogenannten 340g-Reserven, die Geldhäuser laut dem Handelsgesetzbuch aus ihrem Gewinn bilden können.

    Vor allem viele Sparkassen und Volksbanken legen auf diese Weise hohe Summen beiseite. Ihre Eigenkapitalrendite fällt in der Bain-Analyse mit 1,2 Prozent und 2,3 Prozent deutlich niedriger aus als bei der Bundesbank.

    Die Bundesbank ermittelte für die Sparkassen den Wert von 4,8 Prozent und für die Genossenschaftsbanken 5,5 Prozent. Laut Bain belaufen sich die gesamten 340g-Reserven der Sparkassen auf 55 Milliarden Euro, bei den Genossenschaftsbanken sind es 29 Milliarden Euro.

    Mehr: Nicht nur die deutschen Kreditinstitute kämpfen mit Problemen. Die gesamte europäische Bankenbranche steht vor großen Herausforderungen.

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