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InvestmentbankRothschild & Co.: Deutschlandchef Reitz zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück

Der Manager hat die Investmentbank im deutschen Markt der Berater für Fusionen und Übernahmen fest etabliert. Seine Aufgaben übernehmen zwei Topbanker.Peter Köhler 28.09.2023 - 10:46 Uhr Artikel anhören

Die Investmentbank hat gleich mehrere Dax-Konzerne beraten.

Foto: Reuters

Frankfurt. Generationswechsel bei der traditionsreichen Investmentbank Rothschild & Co.: Martin Reitz gibt zum 1. Januar 2024 die operative Verantwortung als Deutschlandchef ab. Außerdem gibt der Manager seine Rolle als Co-Chef des weltweiten Management Committee für die globale Beratung bei Unternehmenstransaktionen auf.

Der 57-Jährige hat Rothschild im deutschen Markt der Berater für Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie Börsengänge fest etabliert. Zu den Kunden im deutschen Leitindex Dax zählen unter anderem BASF, Bayer, Commerzbank und die Porsche SE. Bei den Börsenneulingen hatte er zuletzt Nucera, die Wasserstofftochter von Thyssen-Krupp, beraten.

Die operativen Aufgaben teilen sich in Zukunft zwei Manager, mit denen Reitz schon lange zusammenarbeitet. Kai Tschöke übernimmt die Rolle des Deutschlandchefs sowie den Vorsitz des deutschen Executive Committee. Martin Suter wird Mitglied des Global Advisory Management Committee. In den vergangenen zehn Jahren hat das Rothschild-Team nach eigenen Angaben unter der Leitung von Tschöke und Suter bei mehr als 450 Transaktionen im Gesamtvolumen von über 300 Milliarden Euro beraten.

Der Manager Martin Reitz engagiert sich auch sozial.

Foto: Rothschild und Co

Die Stabübergabe erfolgt in einer schwierigen Zeit im Investmentbanking. Rezessionsängste und steigende Zinsbelastungen sowie Kursschwankungen an der Börse belasten das M&A-Geschäft. Dem Datenanbieter Refinitiv zufolge sank das Dealvolumen im fast beendeten dritten Quartal auf 13 Milliarden Dollar, von 63 Milliarden im Jahr zuvor.

Seit Jahresbeginn sind Transaktionen für 80 Milliarden Dollar getätigt worden, ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum. Rothschild & Co. belegt in den Ranglisten für die Gebühren aus dem M&A-Geschäft im bisherigen Jahresverlauf mit 32,7 Millionen Dollar den fünften Platz.

Reitz konzentriert sich zukünftig auf strategische Fragen

Reitz bleibt Partner der Bank und wird sich als Vice Chairman des weltweiten Beratungsgeschäfts auf die Entwicklung und Betreuung von Kundenbeziehungen und auf strategische Wachstumsprojekte der Bank konzentrieren. Mit Blick auf seine neue Rolle sagt er: „Nach 14 Jahren in verschiedenen Führungsrollen im Investmentbanking bei Rothschild & Co. ist jetzt für mich der richtige Zeitpunkt, operative Verantwortung abzugeben.“

Der Manager Martin Suter übernimmt künftig mehr Verantwortung bei Rothschild & Co.

Foto: Rothschild

Reitz gilt als einer der am besten vernetzten Investmentbanker des Landes. Er beschäftigte sich auch mit dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Transaktionen und die Due Diligence, also die wirtschaftliche Detailprüfung der Deals. Reitz hat sich auch sozial engagiert, vor allem in der Cranach-Stiftung, die sich für Chancengerechtigkeit in der Bildung einsetzt.

Suter war bisher vor allem ein Kenner der Private-Equity-Szene, also jener milliardenschweren Fonds, die Mittelständler oder Konzernteile kaufen, restrukturieren und danach zu einem höheren Preis weiterreichen. Die Branche kämpft momentan allerdings ebenfalls mit schwieriger gewordenen Finanzierungen für die Deals.

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