KfW-Ausblick: Trotz Erholung im Kreditgeschäft – „Kein Anlass zur Euphorie“
Frankfurt. Unternehmen und Selbstständige in Deutschland leihen sich wieder häufiger Geld von Banken und Sparkassen. Das geht aus dem aktuellen Kreditmarktausblick hervor, den die Förderbank KfW exklusiv für das Handelsblatt berechnet.
„Es geht wieder aufwärts, sogar kräftiger als von uns zu Jahresbeginn erwartet“, sagte Stephanie Schoenwald, Finanzmarktexpertin bei KfW Research, dem Handelsblatt.
Im ersten Quartal dürfte das Geschäft mit neuen Darlehen in den Firmenkundensparten von Banken und Sparkassen der KfW zufolge um 4,4 Prozent gewachsen sein. „Wir kommen allerdings auch von einem sehr niedrigen Niveau“, schränkte Schoenwald ein. Im Rezessionsjahr 2023 war die Kreditnachfrage noch gesunken.
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Man dürfe die Entwicklung nicht überbewerten. „Das Umfeld bleibt schwierig, und durch die Eskalation im Zollkonflikt hat sich die Stimmung auch wieder eingetrübt“, erklärte Schoenwald. Für das zweite Quartal rechnet die Förderbank daher mit einem etwas geringeren Wachstum von 3,2 Prozent.
„Die Wachstumsraten im weiteren Jahresverlauf dürften zwar positiv bleiben, sie werden aber wohl geringer ausfallen als im ersten Quartal“, so die KfW-Expertin. „Es gibt keinen Anlass zur Euphorie.“