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Greenwashing-VorwürfeErmittler durchsuchten Deutsche-Bank-Fondstochter DWS

Die Fondsgesellschaft DWS muss sich weiter den Vorwurf gefallen lassen, Greenwashing zu betreiben. Nun gab es eine neue Durchsuchung.Volker Votsmeier, Michael Maisch 23.01.2024 - 16:52 Uhr aktualisiert

Frankfurt. Neues Jahr, neue Durchsuchung: Am 16. Januar hat die Fondsgesellschaft DWS in Frankfurt Besuch von Polizisten und Staatsanwälten erhalten. Gut 50 Ermittlungsbeamte haben nach Angaben der Behörden in den Räumen der Tochter der Deutschen Bank ermittelt. Hintergrund sind die Greenwashingvorwürfe und die damit zusammenhängenden Ermittlungen im Umfeld der DWS. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte die Durchsuchung auf Nachfrage.

Nach Darstellung der DWS hat die Fondsgesellschaft eine regelrechte Durchsuchung „durch die freiwillige Herausgabe von Unterlagen abgewendet“. Das Unternehmen habe auf „Aufforderung der Staatsanwaltschaft Frankfurt vor Ort weitere Informationen zur Verfügung gestellt“, erklärte ein Sprecher, der betonte, dass die DWS von „Beginn der Ermittlungen an offen und transparent mit allen Behörden im In- und Ausland zusammengearbeitet“ habe. Die Deutsche-Bank-Tochter werde auch „weiterhin vollumfänglich kooperieren“. Ziel sei es, die Ermittlungen so schnell wie möglich abzuschließen, allerdings sei man dabei von der Zeitplanung der Behörden abhängig.

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Geldhaus wegen der Greenwashingvorwürfe durchsucht wurde. Schon Ende Mai 2022 hatten Beamte der Staatsanwaltschaft, der Finanzaufsicht Bafin und des BKA Räume der DWS und der Deutschen Bank wegen des Anfangsverdachts des Kapitalanlagebetrugs gefilzt. 

Die DWS soll Fonds als „nachhaltiger“ und „grüner“ beworben haben, als sie tatsächlich waren. Bislang richten sich die Ermittlungen gegen den ehemaligen DWS-Chef Asoka Wöhrmann und gegen unbekannt. Es ist gut möglich, dass der Kreis der Verdächtigen noch größer wird. 

Zähe Verhandlungen über Bußgeldhöhe

Gegen die DWS selbst richtet sich ein eigenes Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten. Seit einiger Zeit laufen zwischen der Fondsgesellschaft und der Staatsanwaltschaft Verhandlungen über die Höhe des Bußgeldes, die aber offenbar nicht richtig vorankommen. Die Vorstellungen der beiden Seiten sollen weit auseinanderklaffen. In den USA verhängte die Börsenaufsicht SEC Ende September 2023 wegen gleich gelagerter Vorwürfe eine Geldbuße von 19 Millionen US-Dollar gegen die DWS.

Ausgelöst hatte die Ermittlungen die ehemalige Nachhaltigkeitschefin der DWS, Desiree Fixler. Sie hatte ihrem ehemaligen Arbeitgeber im August 2021 erstmals öffentlich vorgeworfen, sich in Bezug auf sogenannte ESG-Investments öffentlich deutlich engagierter dargestellt zu haben, als es in der Realität der Fall war. Das Kürzel ESG steht für Umwelt, Soziales und Governance.

Fixler hatte den Aufsichts- und Ermittlungsbehörden Rede und Antwort gestanden und ihnen Unterlagen geliefert. Aus ihrer Sicht musste sie das Unternehmen verlassen, weil sie auf Missstände hingewiesen hat, die man nicht hören wollte. Im Interview mit dem Handelsblatt bezeichnet Fixler die US-Geldbuße als eine „gerechtfertigte" und „hohe" Strafe.

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