Ruhestand: R+V-Chef setzt bei Unternehmensreform auf direkten Kundenkontakt
Wiesbaden. Der Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung, Norbert Rollinger, hält es nicht für sinnvoll, sich in der Altersvorsorge mit ETF-Sparplänen komplett den Risiken des Kapitalmarkts auszusetzen. Das gelte besonders in Zeiten, in denen selbst Länder wie die USA überlegten, ob sie ihre Staatsanleihen künftig noch bedienen könnten oder wollten. „Die Risiken an den Märkten sind so groß wie lange nicht“, so der R+V-Chef.
Deshalb brauche es bei der staatlich geförderten Altersvorsorge sowohl einen gewissen Schutz für die eingezahlten Beiträge als auch eine lebenslange Verrentung. Der Beratungsbedarf, auch bei jungen Kunden, sei weiterhin hoch. Um die noch zu erreichen, müsse sich die R+V aber stark wandeln und die Zusammenarbeit mit den Volks- und Raiffeisenbanken weiterentwickeln.
Zugleich sieht Rollinger weiteres Konsolidierungspotenzial in der Branche, unter anderem bei den Lebensversicherern. „Die Herausforderungen durch den Klimawandel, die Digitalisierung und den Fachkräftemangel werden nicht alle Versicherer allein meistern können“, meint der R+V-Chef. Sowohl eine Fusion zwischen Versicherern als auch den Verkauf von Lebensversicherungsbeständen an spezialisierte Abwickler hält er für gute Optionen.