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LandesbankLBBW vergibt deutlich mehr Kredite an Rüstungsfirmen

Die LBBW hat ihre Vorgaben für Rüstungsfinanzierungen gelockert. Grund ist der Krieg in der Ukraine. Beim Gewinn versäumt die Bank, was der Konkurrenz gelungen ist.Elisabeth Atzler 12.03.2025 - 15:21 Uhr aktualisiert Artikel anhören
LBBW-Zentrale in Stuttgart: Der Vorsteuergewinn der größten deutschen Landesbank ist 2024 um zehn Prozent gefallen. Foto: dpa

Stuttgart. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat ihre Vorgaben für die Finanzierung von Rüstungsunternehmen gelockert und die Kreditvergabe deutlich ausgebaut. So habe die Bank kurz nach Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ihre Richtlinien angepasst, sagte LBBW-Chef Rainer Neske am Mittwoch.

Die LBBW habe sich bei ihren Richtlinien im Wesentlichen dem angenähert, was das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erlaube. „Was die Bundesrepublik Deutschland sowohl in Deutschland als auch für Nato-Rüstungspartner zulässt, dafür stehen wir grundsätzlich zur Verfügung“, sagte Neske. Vor 2022 habe die Bank „in sehr eingeschränktem Maß“ Rüstungsunternehmen finanziert.

„Wir sehen, dass unser Portfolio sich in den letzten zwei, drei Jahren ausgeweitet hat“, sagte Neske. „Wir reden im Moment – bei sehr starken Wachstumsraten – von unter einer Milliarde Euro Volumen.“ Das macht am gesamten Unternehmenskreditbestand, der sich auf 123 Milliarden Euro beläuft, aber bislang nur einen sehr kleinen Teil aus. Da sich die Finanzbranche nach und nach anpassen werde, gehe er nicht von Finanzierungsengpässen für Rüstungsfirmen aus, so der LBBW-Chef.

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Insgesamt spürt die LBBW, die größte Landesbank, die zunehmende Eintrübung der Wirtschaftslage. Sie erhöhte die Risikovorsorge im vergangenen Jahr um rund 40 Prozent auf 360 Millionen Euro. „Hier spiegeln sich die Entwicklungen an den Immobilienmärkten sowie die schwache Wirtschaftsentwicklung wider, die Unternehmen zunehmend belasten.“

Der deutliche Anstieg der Risikovorsorge gehe maßgeblich auf einige größere Einzelfälle zurück, erklärte die LBBW weiter. Sie würden sich auf mehrere Branchen verteilen, sagte Neske. Namen betroffener Unternehmen nannte er nicht.

Vorsteuergewinn fällt um zehn Prozent

Neske zufolge sieht die Bank mit Blick auf kritische Kredite derzeit auch „keine spezielle Entwicklung“ in der Autobranche. Unternehmen der Branche sind in Baden-Württemberg stark vertreten.

Bei der LBBW macht sich zudem bemerkbar, dass das wichtige Zinsergebnis 2024 um fast 200 Millionen Euro auf 2,6 Milliarden Euro gesunken ist. Unterm Strich sank der Vorsteuergewinn um zehn Prozent auf gut 1,23 Milliarden Euro. 2023 hatte die Bank mit 1,37 Milliarden Euro ein Rekordergebnis erzielt.

Banken

DZ Bank fährt einen Rekordgewinn ein – die Risikovorsorge steigt allerdings deutlich

Das gelang etlichen anderen großen deutschen Banken allerdings auch im Jahr 2024 – und das, obwohl auch sie die Risikovorsorge teils stark nach oben schrauben mussten. Das gilt für die BayernLB, die Commerzbank sowie die DZ Bank.

Die Commerzbank verdiente vor Steuern 2,7 Milliarden Euro. Die BayernLB erreichte 1,6 Milliarden Euro. Die DZ Bank, inklusive ihrer Töchter wie der Fondsgesellschaft Union Investment und der R+V Versicherung, kam auf 3,3 Milliarden Euro.

Schon 2023 hatten zahlreiche große Geldhäuser, aber auch Sparkassen und Volksbanken insgesamt so hohe Gewinne wie noch nie eingefahren. Die Banken profitierten davon, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen mehrfach angehoben hatte.

Trotz des Anstiegs sei die Risikolage „insgesamt robust“, betonte die LBBW. Der Anteil „leistungsgestörter“ Kredite liege mit 0,6 Prozent auf einem im Branchenvergleich niedrigen Niveau. Zudem verfügt die Bank nach eigenen Angaben über eine zusätzliche pauschale Vorsorge von 880 Millionen Euro.

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Für das laufende Jahr rechnet die Bank mit einem Vorsteuerergebnis von mehr als einer Milliarde Euro. LBBW-Chef Neske sagte, die LBBW habe sich auf die aktuellen Entwicklungen wie die schwierige Wirtschaftsentwicklung und geopolitische Spannungen eingestellt. „In der Zeit des Wandels liegen auch Chancen.“

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Die LBBW bedient Unternehmenskunden mit Krediten und Kapitalmarkt-Dienstleistungen, sie ist Zentralinstitut der baden-württembergischen Sparkassen und einer der größten Immobilienfinanzierer in Deutschland.

2022 hatte die LBBW die Berlin Hyp übernommen und dafür Finanzkreisen zufolge 1,3 Milliarden Euro bezahlt. Anschließend brach das Geschäft mit Gewerbeimmobilien wegen der kräftig gestiegenen Zinsen und Baukosten sowie des Trends zu mehr Homeoffice ein. 2024 bildete die LBBW im Geschäftsbereich Immobilien und Projektfinanzierungen weniger Risikovorsorge als im Vorjahr.

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