Versorgungssicherheit: Industrie spielt Gasmangellage durch
Berlin. Die Industrie beobachtet die sinkenden Füllstände der Gasspeicher in Deutschland mit Sorge. Führende Verbände erklärten, die Unternehmen hätten Notfallpläne, um in einer Mangellage Produktionsausfälle möglichst gering zu halten.
In der Branche wird zudem über grundsätzliche Möglichkeiten diskutiert, um eine Versorgungskrise wie 2022 nach dem weitgehenden Stopp der russischen Erdgaslieferungen zu verhindern. Die Bundesregierung verweist dagegen auf neu geschaffene Kapazitäten für den Import von Flüssigerdgas (LNG) und sieht keinen Grund zum Eingreifen.
Beim Verband der Industriellen Energie- und Kraftwerkwirtschaft (VIK) hieß es, es bestehe zwar kein Grund zur Panik, die Versorgung sei aktuell gesichert. Dennoch sei Vorsicht geboten, sagte VIK-Geschäftsführer Christian Seyfert dem Handelsblatt. „Daher behalten wir die Situation ständig im Blick.“ Es dürfe nicht zu Störungen in den Lieferketten kommen, die Importinfrastruktur müsse abgesichert sein. Im VIK haben sich große Energieverbraucher aus der Industrie zusammengeschlossen, wie Stahl- und Aluminiumproduzenten.
Ähnlich klang es beim Verband der Chemischen Industrie (VCI): Man erwarte aktuell keine Gasmangellage, dennoch hätten sich die Unternehmen vorbereitet. „Es existieren Notfallpläne, um im Ernstfall Produktionsausfälle und wirtschaftliche Folgen möglichst gering zu halten.“