Immobilien: So wird das autarke Eigenheim Wirklichkeit
Hamburg. Im Garten eines modernen Einfamilienhauses in Zappendorf, Sachsen-Anhalt, versteckt sich ein ungewöhnliches Bauteil: Zwischen Schilfhalmen liegt im Boden eine rund 300 Kubikmeter große Grube, in der Bakterien und Pflanzenschlamm das Abwasser der Bewohner reinigen. Eine Anlage, ohne die es für die Eigentümer ziemlich ungemütlich würde – schließlich möchten die wenigsten auf Toilette, Dusche und Spülmaschine verzichten.
Grund ist die Alleinlage des Grundstücks fernab des Dorfkerns. Sie stellte die Bauherren vor eine besondere Herausforderung. Architekt Guido Großmann, dessen Büro das Haus plante und den Bau betreute, sagt: „Ein Anschluss ans Abwassersystem hätte die Gemeinde wahrscheinlich einen Millionenbetrag gekostet, das macht eine Kommune in der Regel nicht.“
Die Familie wählte daher die deutlich günstigere Lösung: eine Pflanzenkläranlage, die seit zwei Jahren zuverlässig arbeitet. Das Abwasser durchläuft drei Kammern, in denen sich Schwebstoffe absetzen, bevor es in eine teichartige Grube fließt. Dort reinigen Schilf und Bakterien das Wasser vollständig.
Zu sehen oder zu riechen sei davon nichts, sagt Großmann. „Den Bereich, in dem die Schilfpflanzen den Klärprozess mit den Bakterien vollziehen, haben wir in den Garten optisch unauffällig eingearbeitet.“