USA: Fed-Chef Jerome Powell macht Analysten stutzig
Frankfurt, New York. Die neuerliche Attacke aus dem Weißen Haus ließ nicht lange auf sich warten. Kurz nachdem die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwochabend ihre Zinspause auf unbestimmte Zeit verlängert hatte, kritisierte Donald Trump den Beschluss: „Die Fed täte viel besser daran, die Zinsen zu senken, nun, da sich die Zölle ihren Weg in die Wirtschaft bahnen“, schrieb der US-Präsident am Donnerstag in seinem sozialen Netzwerk Truth Social.
Trumps These, dass Strafzölle gegen wichtige Handelspartner die US-Inflation dämpfen, statt sie anzuheizen, halten Experten für falsch. Doch das ficht ihn nicht an. Trumps Attacken auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve haben noch mal an Schärfe zugenommen.
Seit Mittwoch preist die Fed Trumps erratische Handelspolitik ein – soweit den Notenbankern das möglich ist. Sie betonten selbst, wie hoch die allgemeine „Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten“ ist. Die Fed kalkuliert nun mit etwas höherer Inflation und niedrigerem Wachstum als bislang.
Doch in ihrem Kurs spiegelt sich das nicht wider: Die Notenbanker stellen für das laufende Jahr unverändert zwei Zinssenkungen in Aussicht. Und Notenbankpräsident Jerome Powell spielte die Risiken herunter. Dafür griff er auf ein Reizwort zurück, das ihm schon einmal zum Verhängnis wurde und Analysten stutzig werden lässt. Macht Powell nun den gleichen Fehler ein zweites Mal?