Immobilien: So viel Wohnfläche erhalten Mieter und Käufer für 1200 Euro im Monat
München. In rund der Hälfte der deutschen Großstädte bekommen Wohnungssuchende für 1200 Euro im Monat derzeit etwa die gleiche Wohnfläche für eine Miet- wie für eine Eigentumswohnung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Portals Immoscout24 in 40 deutschen Städten.
In neun Kommunen finden Interessenten für dieses Budget sogar mehr Fläche bei einer Eigentumswohnung als bei einer Mietwohnung. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von Immoscout24, sagt: „Wer aktuell keine Mietwohnung findet und über ausreichend Eigenkapital verfügt, hat bessere Chancen, eine Eigentumswohnung zu finden, und muss dabei in der Regel nur geringfügige Abstriche bei der Wohnfläche in Kauf nehmen.“
Im Schnitt bekommen Wohnungssuchende in Deutschland für 1200 Euro eine Mietwohnung mit 90 Quadratmetern, für das gleiche Geld wäre aber auch eine Eigentumswohnung mit 83 Quadratmetern zu finanzieren. Je nach Standort fällt die Größe aber sehr unterschiedlich aus.
Die Experten haben deshalb ein Modell entwickelt, das die Preisentwicklung zwischen Miet- und Eigentumswohnung in den jeweiligen Städten vergleichbar macht. Dabei verfügen Käuferinnen und Käufer einer Eigentumswohnung über Eigenkapital in Höhe von 20 Prozent der Kaufsumme.
Für die verbleibenden 80 Prozent nehmen sie ein Darlehen zum Zins von 3,49 Prozent bei 15-jähriger Zinsbindung auf. Pro Jahr wollen sie zwei Prozent des Darlehens tilgen. Bei einer Rate von 1200 Euro im Monat wäre so ein Kaufpreis von 275.000 bis 325.000 Euro für eine Eigentumswohnung zu finanzieren.
Hier lohnt sich der Immobilienkauf mehr als Mieten
Unter den neun Städten, in denen es sich derzeit am meisten zu kaufen lohnt, ragt Mönchengladbach heraus. Bei einer monatlichen Belastung von 1200 Euro könnten Interessenten dort eine Eigentumswohnung mit 120 Quadratmeter Wohnfläche finanzieren. Eine Mietwohnung würde für dieses Budget mehr als 20 Quadratmeter kleiner ausfallen. Auch in Bielefeld, Dortmund, Frankfurt am Main, Kiel, Mainz, Mannheim, Stuttgart und Wuppertal empfiehlt es sich der Erhebung zufolge, eher zu kaufen als zu mieten. Vor allem in Frankfurt und Stuttgart sind die Mieten aktuell so hoch, dass sich nach dieser Rechnung ein Kauf dort mehr lohnt.
In Chemnitz ist es anders. Wer 1200 Euro im Monat fürs Wohnen ausgeben kann, bekommt dort eine Mietwohnung mit fast 122 Quadratmeter Wohnfläche – allerdings nur eine Eigentumswohnung mit rund 89 Quadratmetern.
In diesen Städten bekommt man für die Miete mehr als für den Kauf
Ähnlich groß ist die Differenz in Gelsenkirchen, wo für dieses Budget eine Mietwohnung mit 120 Quadratmetern einem Wohneigentum mit 87 Quadratmetern gegenübersteht. Auch in Aachen, Augsburg, Braunschweig, Erfurt, Freiburg, Krefeld, Lübeck, Magdeburg, Münster, Oberhausen und Wiesbaden empfiehlt es sich im Zweifelsfall, eher zu mieten als zu kaufen. Sind so für das gleiche monatliche Budget doch über zehn Quadratmeter mehr an Wohnfläche möglich.
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Besonders deutlich ist der Unterschied auch in der traditionell teuersten deutschen Stadt. In München lässt sich für 1200 Euro an Kaltmiete eine Wohnung mit knapp 60 Quadratmetern mieten. Für die gleiche monatliche Belastung für ein Darlehen gibt es dagegen nur eine Eigentumswohnung mit knapp 40 Quadratmetern.
Erstpublikation: 14.03.2023, 16:57 Uhr.