Immobilienfinanzierung: Banken zurückhaltender bei Büro- und Handelsimmobilien
Berlin. Banken sind bei der Vergabe von Krediten für bestehende Büro- und Handelsimmobilien deutlich vorsichtiger als noch vor einigen Jahren. Das zeigt das BF-Quartalsbarometer, für das der Finanzierungsspezialist BF direkt und das Analysehaus Bulwiengesa regelmäßig 110 Experten befragen, die mit der Vergabe von Krediten an Immobilienunternehmen betraut sind. Demnach waren zwischen 2016 und 2022 mehr als 90 Prozent der befragten Institute bereit, bestehende Büroobjekte zu finanzieren. Seitdem hat sich Zurückhaltung breitgemacht. Inzwischen liegt der Anteil der Befragten, der Büros finanziert, nur noch bei rund zwei Dritteln.
Handelsimmobilien erlebten durch die Corona-Pandemie herbe Rückschläge. Die Finanzierungsbereitschaft halbierte sich 2020 in diesem Segment von rund 80 auf etwa 40 Prozent. Noch etwas härter traf es Hotels. Während die Finanzierungsbereitschaft für diese Immobilien seit Ende 2022 aber kontinuierlich wieder zunimmt, sind die Banken bei Einzelhandelsimmobilien weiter skeptisch.
Nach Einschätzung von Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS-Immobilienakademie, liegt das teilweise an den Erfahrungen in der Pandemie, vor allem aber am veränderten Konsumentenverhalten. Insbesondere Shoppingcenter und Einzelhandelsimmobilien in Innenstadtlage würden deutlich kritischer gesehen.