Lebensversicherung: Was ein Run-off für die Versicherten bedeutet
Die Niedrigzinsen treffen auch die Lebensversicherer.
Foto: dpaFrankfurt. Im Niedrigzinsumfeld entpuppen sich klassische Lebensversicherungen mit zum Teil noch hohen Zinsgarantien für viele Versicherer als Belastung. Immer wieder gibt es Meldungen, dass Anbieter das Neugeschäft einstellen und ihren Bestand abwickeln wollen.
Bekannte Beispiele: Nachdem Generali Leben im Juli 2018 das Neugeschäft eingestellt hatte, wurde die Tochter des italienischen Konzerns im April 2019 an die Viridium Gruppe verkauft und firmiert heute unter dem Namen Proxalto. Ergo Leben gab ebenfalls das Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen auf und verwaltet nur noch die Bestände.
Vor Kurzem warnte der Bund der Versicherten (BdV), dass auch die Allianz die Weichen für Run-off und Abwicklung von Lebensversicherungen stelle. Als Signale werten die Verbraucherschützer, dass die Presse-Pensionskasse, die Teil der Allianz-Pensionskasse ist, das Neugeschäft einstellen und die Allianz in Belgien 95.000 Policen an den Rückversicherer Monument Re veräußern will.
Ein Firmensprecher betont jedoch, dass der Verkauf von deutschen Lebensversicherungsbeständen der Allianz „nicht zur Diskussion“ stehe. Es zahle sich aus, dass Allianz Leben bereits vor mehr als zehn Jahren begonnen habe, Produkte mit neuen Garantiekonzepten zu entwickeln.