Gastkommentar: Wie Trump schon den nächsten Fed-Chef vor Amtsantritt schwächt
US-Präsident Donald Trump trifft Berichten zufolge Vorbereitungen dafür, den nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve früher als erwartet zu ernennen. Ziel ist es, den amtierenden Notenbankchef Jerome Powell zu schwächen, der ihn mit seiner Weigerung, die Zinsen zu senken, verärgert hat.
Trump macht aus seiner Abneigung gegen Powell keinen Hehl und hat ihn kürzlich als „einfach gestrickten Menschen“ mit einem „für seine Aufgaben zu niedrigen IQ“ bezeichnet. Powells Amtszeit endet jedoch erst im Mai 2026, und der Oberste Gerichtshof hat entschieden, dass die Fed die einzige unabhängige Behörde ist, deren Vorsitzenden der Präsident nicht entlassen kann.
Normalerweise gibt ein US-Präsident einen neuen Fed-Vorsitzenden einige Monate vor Ablauf der Amtszeit des Amtsinhabers bekannt, wodurch gerade genug Zeit für die Anhörungen im Senat und einen reibungslosen Übergang bleibt. Die Ernennung eines Nachfolgers zehn Monate im Voraus wäre höchst ungewöhnlich.
Warum also macht er das? Trump plant offenbar, dass sein designierter Fed-Vorsitzender einen „Schatten“-Offenmarktausschuss einrichtet, der öffentlich Druck auf den echten Offenmarktausschuss ausüben soll, die Zinsen aggressiver zu senken.