Kommentar: Autonomes Fahren – die bittere Erkenntnis bei Mercedes

Mit seinem Autopiloten war Mercedes-Benz ein Vorreiter der Branche. Als erster Fahrzeugbauer hatten die Schwaben 2021 eine Genehmigung für freihändige Fahrten auf deutschen Autobahnen bekommen. Ein Durchbruch. Mittlerweile können Kunden die S-Klasse und das elektrische Pendant EQS mit bis zu 95 Kilometer pro Stunde fahren lassen – und nebenher etwa Filme schauen.
In der überarbeiteten S-Klasse, die Mercedes Ende Januar vorstellt, wird diese Funktion wohl nicht mehr enthalten sein. Stattdessen bringt der Konzern in China und den USA und perspektivisch in Europa ein Assistenzsystem auf den Markt, das in der Stadt den Fahrer zwar merklich unterstützt, aber nicht mehr das freihändige autonome Fahren ermöglicht.
Sein System für den urbanen Raum will Mercedes über alle neuen Modelle ausrollen. Der autonome Assistent soll erst mit verbesserten Funktionen in einigen Jahren wieder auf den Markt kommen.
Damit könnte Mercedes zwar einige seiner Nobelkunden vergrätzen. Der Konzern trifft aber die betriebswirtschaftlich richtige Entscheidung. Augenscheinlich war die Nachfrage nach dem autonomen Assistenten nicht so hoch wie erhofft, dafür sind es die Produktionskosten.