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Kommentar Vorbild Gütersloh: Der lokale Lockdown weist uns den Weg in eine neue Normalität

Die Wiederverschärfung der Corona-Maßnahmen in einem Teil NRWs ist kein Versagen. Sie ist vielmehr eine Blaupause, wie mit der Pandemie umzugehen ist.
23.06.2020 - 14:34 Uhr Kommentieren
Für den NRW-Ministerpräsidenten ist der lokale Lockdown keine Blamage. Die Lockerungen sind notwendig – und die Reaktion jetzt angemessen. Quelle: dpa
Armin Laschet

Für den NRW-Ministerpräsidenten ist der lokale Lockdown keine Blamage. Die Lockerungen sind notwendig – und die Reaktion jetzt angemessen.

(Foto: dpa)

Einige werden Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet jetzt wieder attackieren. Weil es dem CDU-Mann doch gar nicht schnell genug gehen konnte mit den Lockdown-Lockerungen im immerhin bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik. Und weil der Corona-Ausbruch in Gütersloh nun eben die Strafe sei für sein nassforsches Vorpreschen. Aber die jetzt beschlossene Abriegelung von Stadt und Landkreis ist nicht das Problem, sondern die Lösung.

Nur so kann es künftig gehen: Wir müssen weiter in die Normalität zurückkehren. Und wir müssen andererseits sofort reagieren, wenn irgendwo ein neuer Infektionsherd zutage tritt – konsequent, aber eben punktuell. Die Fleischfabriken des in vielerlei Hinsicht noch nicht in der Jetztzeit angekommenen Schlacht-Barons Tönnies mit ihren über 1500 Infizierten sind wahrlich nicht typisch für den Rest der Republik.

212 der 294 deutschen Landkreise haben zuletzt weniger als fünf Covid-19-Fälle je 100.000 Einwohner gemeldet. Insgesamt haben sich in Deutschland bislang zwar 190.000 Infektionen bestätigt. Aber die meisten davon sind längst genesen, und das Durchschnittsalter der knapp 9000 Verstorbenen lag bei 81 Jahren. Nur drei Todesfälle wurden bei unter 20-Jährigen registriert.

Das sind keine Fakenews von „Corona-Leugnern“, wie die Zweifler an allzu viel Aktionismus mittlerweile gern genannt werden. Die Zahlen stammen vom Robert Koch-Institut (RKI). Auch dort weiß man, dass es selbst im Kreis Gütersloh aktuell nur 24 Erkrankte gibt, wenn man die mittlerweile isolierten Tönnies-Beschäftigten rausrechnet.

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    Covid-19 verschwindet nicht

    Kurz bevor Laschet in Düsseldorf vor die Medien trat, verkündete RKI-Chef Lothar Wieler, dass der Reproduktionsfaktor landesweit wieder gestiegen sei und dass dafür wohl die allgemeinen Lockerungsübungen mit verantwortlich seien. Wir erinnern uns: Der R-Wert sagt, wie viele Menschen ein Corona-Infizierter ansteckt. Lange war das Credo, der Wert müsse unter eins liegen. Warum eigentlich?

    Dass wir Corona nicht ausrotten können, ist doch mittlerweile auch dem letzten Desinfektions-Fetischisten klar. Ebenso wie die Tatsache, dass für einen aktuell höheren R-Wert eben eine kleine Zahl von Hotspots verantwortlich ist.

    Corona ist aber mehr als ein statistisches oder mathematisches Problem in den Excel-Tabellen der Virologen. Es droht sich zu einem ökonomischen, psychologischen, ja gesamtgesellschaftlichen Debakel auszuwachsen, wenn wir weiter gebannt nur die RKI-Bulletins verfolgen.

    Die Pandemie sei nicht vorbei, orakelte Wieler. Stimmt, aber wir müssen anfangen, damit zu leben. Gütersloh zeigt uns gerade, wie das geht. Hoffentlich so ernst wie nötig und so unaufgeregt wie möglich.

    Mehr: RKI-Chef mahnt zur Vorsicht.

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