Klimaaktivistin: Letzte Generation-Gründerin Guttmann: „Ich finde Straßenblockaden auch beschissen“
Melanie Guttmann gründete gemeinsam mit zwei Mitstreitern die letzte Generation.
Foto: HandelsblattBerlin. Frau Guttmann, mit Anfang 20 haben Sie Ihren Traumjob für die „Letzte Generation“ aufgegeben. Wieso haben Sie sich dafür entschieden?
Früher hatte ich nichts mit der Klima-Bubble zu tun, ich bin eher konservativ-bürgerlich aufgewachsen. Das war ein gut bezahlter Job mit unbefristetem Arbeitsverhältnis. Irgendwann habe ich begriffen, dass mir das aber auch keine Sicherheit mehr geben wird, wenn die Klimakatastrophe erst richtig eskaliert.
Sie haben Ihren Klimaprotest mit Containern begonnen, jetzt kleben Sie sich auf die Straße. Was kommt als Nächstes?
Wir haben einen klaren Plan, was wir machen und was nicht. Dass unsere Proteste immer friedlich sind, aber im Alltag der Menschen stören müssen.
Wir waren ja bei den Entscheider:innen in der Politik. Die meisten bekommen die Straßenblockaden mit, weil sie ihren Alltag unterbrechen.
Wir müssen unignorierbar sein, sonst werden wir ignoriert – und dann ist der Protest wirkungslos. Wir probieren Sachen aus und machen das, was funktioniert.
Mit den Straßenblockaden ziehen Sie teils viel Wut auf sich. Macht Ihnen das Angst?