Energiekrise: Gaspreis bricht alle Rekorde – Forderung nach Preisdeckel
Die Industrie blickt geschockt auf die hohen Preise.
Foto: action pressBrüssel, Berlin, Düsseldorf, Paris. Im Großhandel für Erdgas steigen die Preise in neue Dimensionen. Eine Megawattstunde (MWh) kostete am Montag an der niederländischen Börse TTF rund zehn bis 20 Mal so viel wie vor einem Jahr. Zwischenzeitig bewegte sich der Preis gegen 350 Euro, im März 2021 hatte der Tagesendwert nie über 20 Euro gelegen.
„Solche Ausschläge haben wir noch nie gesehen. Das ist historisch einmalig und das Maximum haben wir sicher noch nicht erreicht“, sagte Fabian Huneke von der Energiemarktforschung Energy Brainpool. Europa hat mittlerweile die höchsten Gaspreise der Welt.
Ein Grund dafür ist die Sorge vor einem Ölembargo gegen Russland. In den USA gibt es dafür konkrete Pläne. Entscheidet sich die Regierung dazu, würde das auch den Druck auf die Europäer erhöhen.
Preis für Erdgas steigt wegen Ukraine-Krieg stark
Die Wirtschaft sieht sich zum Äußersten gezwungen: „Schon vor dem Kriegsausbruch haben wir einzelne Produktionsreduktionen gesehen“, hieß es aus Industriekreisen. „Je weiter die Preise steigen, desto größer wird der Kreis der Unternehmen, die ihre Produktion herunterfahren müssen.“ Ein Problem dabei ist, dass die Energiepreise in anderen Teilen der Welt nicht im gleichen Maße steigen. Darum können exportierende Unternehmen die gestiegenen Kosten nicht weiterreichen.