Hacker-Imperium Nordkorea: Wie Kim Jong Un seine globalen Raubzüge organisiert
Mit Hackerangriffen im Ausland beschafft sich Kim Devisen – für sein eigenes Luxusleben und für sein atomares Rüstungsprogramm.
Foto: dpaTokio. Die Rede ist von einer groß angelegten Betrugsmasche: Im US-Bundesstaat Missouri hat die Polizei ein Netzwerk nordkoreanischer Cyberbetrüger entlarvt, die mit falschen Identitäten bei US-Unternehmen beschäftigt waren. Derzeit laufen die Ermittlungen zu den Hintergründen auf Hochtouren – und täglich kommen mehr verstörende Details ans Tageslicht.
Nicht nur, dass es den Kriminellen gelang, Millionen von Dollar und hochsensible Daten zu stehlen. Besonders beunruhigt sind die US-Geheimdienste darüber, dass sie offenbar im Auftrag eines hohen Dienstherren handelten: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
„Wir können Ihnen sagen, dass es Tausende von nordkoreanischen IT-Mitarbeitern gibt, die daran beteiligt sind“, sagte FBI-Sprecherin Rebecca Wu während einer Pressekonferenz. Ihre Beute sei in die Finanzierung von Pjöngjangs Waffenprogramm geflossen.
Die Spezialisten seien von Unternehmen in St. Louis und anderswo in den USA unter Vertrag genommen worden, um per Fernzugriff aus dem Homeoffice für sie zu arbeiten. Sie wendeten verschiedene Tricks an, um den Anschein zu erwecken, dass sie in den USA lebten, sagte FBI-Spezialagent Jay Greenberg. Unter anderem bezahlten die Nordkoreaner US-Bürger dafür, deren heimische WLAN-Verbindungen nutzen zu können.