Milliardenhilfen: „Ukrainekrieg ist eine Warnung, dass nichts sicher ist“ – Westliche Geldgeber stehen vor Finanzloch
Der Wiederaufbau der Ukraine wird Jahre dauern.
Foto: IMAGO/ZUMA WireWashington, Berlin. Es ist das größte Leck im amerikanischen Sicherheitsapparat seit den Snowden-Enthüllungen vor zehn Jahren: Dutzende, teils als hochgeheim eingestufte US-Dokumente geben tiefe Einblicke in das Kriegsgeschehen in der Ukraine. Ihre Veröffentlichung ist nicht nur eine Blamage für die USA, sie ist auch ein schwerer Rückschlag für die ukrainische Regierung.
Denn die Dokumente zeichnen das Bild einer zunehmend erschöpften Armee, deren Flugabwehr dramatisch geschwächt ist und die womöglich nicht in der Lage ist, die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern. Das Durchhaltevermögen der Ukraine zu stärken, dieses Ziel der demokratischen Industrieländer; ist seit dem Durchsickern der brisanten Papiere noch dringlicher geworden.
Der Westen steht an der Seite der Ukraine – das ist die Botschaft auf der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in dieser Woche in Washington. Am Rande des Treffens bekräftigten die G7-Staaten ihre „unerschütterliche Unterstützung für die Ukraine“, die US-Regierung verhängte eine neue Runde Russlandsanktionen.
Auf der Tagung spielt der Ukrainekrieg eine zentrale Rolle, denn der Zermürbungskampf hat eine wichtige wirtschaftliche Dimension. Während die russische Wirtschaft nach offiziellen Zahlen aus Moskau derzeit sogar wächst, ist die ukrainische Wirtschaft zusammengebrochen. „Ein großer Teil des Kapitalstocks des Landes wurde zerstört, die Armut nimmt zu“, sagte IWF-Vizechefin Gita Gopinath.