Nahost: Die explodierten Pager wurden wohl extra für die Attacke gefertigt
Tel Aviv. Der Anschlag auf Angehörige der Hisbollah-Miliz ist möglicherweise doch nicht auf eine Manipulation von normalen Kurztext-Empfängern zurückzuführen. Stattdessen waren die sogenannten Pager wohl schon bei der Herstellung dazu gedacht, als Waffe eingesetzt zu werden.
So berichtet die „New York Times“, der Sprengstoff sei von Werk aus mit den Batterien der Geräte verbunden gewesen. Die Herstellerfirma hatte möglicherweise nur den Zweck, die Hisbollah mit den Pagern zu beliefern.
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte die Verwendung der Pager angeordnet. Smartphones seien „gefährliche Instrumente“ des Feindes, hatte er im Februar in einer seiner langen Ansprachen verkündet. Sie könnten „detaillierte und präzise Informationen liefern“, warnte er damals nach mehreren gezielten Tötungen von Hisbollah-Kämpfern.
Zu Beginn dieses Jahres schränkte er deshalb die Nutzung von Mobiltelefonen strikt ein, da er diese für zunehmend anfällig für die israelische Überwachung hielt. Statt mit moderner Technologie sollten seine Kämpfer Kommunikationsinstrumente verwenden, die vom Feind nicht infiltriert werden können. Nasrallah wies seine Gefolgschaft an, Pager zu besorgen.