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Tödliches UnglückMaschine brannte laut vorläufigem Bericht vor Absturz – Iran bekräftigt technischen Defekt als Ursache

Augenzeugen berichten, dass die im Iran abgestürzte Passagiermaschine vor dem Unglück gebrannt habe. Ermittler sprechen von technischen Problemen. 09.01.2020 - 08:34 Uhr aktualisiert

Dubai, Frankfurt, Teheran, Kiew. Der Iran hat einen Tag nach dem Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran bekräftigt, dass eine technische Ursache zu der Katastrophe geführt haben soll. „Wegen eines technischen Defekts hat die Maschine Feuer gefangen und dies führte zum Absturz“, sagte Verkehrs- und Transportminister Mohammed Eslami der Nachrichtenagentur Isna am Donnerstag.

Spekulationen über einen „verdächtigen“ Absturz und Gerüchte über einen Abschuss der Boeing 737 oder eine Terroroperation seien alle falsch, sagte der Minister. Wie er zu diesen Erkenntnissen kam, sagte Eslami nicht.

Die iranischen Behörden hatten bereits kurz nach dem Vorfall von einem technischen Defekt gesprochen, ohne aber zu erklären, worauf sie sich bei ihrer Einschätzung berufen. Irans Präsident Hassan Ruhabi forderte später vom Verkehrsministerium und der Luftfahrtbehörde eine lückenlose Aufklärung, wie der Nachrichtensender Chabar berichtete.

Bei dem Absturz kamen laut iranischen Angaben alle 176 Menschen am Bord ums Leben. Der Iran werde nach gründlichen Untersuchungen die beiden Blackboxen an die Ukraine übergeben, kündigte die Luftfahrtbehörde an. Laut Staatsanwaltschaft in Teheran sollten auch die Überreste der Leichen an die ukrainischen Behörden übergeben werden.

Das Flugzeug habe unmittelbar vor dem Unglück gebrannt. Das geht aus einem vorläufigen Bericht der iranischen Luftverkehrsbehörde hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Darin wird auf entsprechende Aussagen von Augenzeugen am Boden verwiesen. Außerdem hätten das Feuer Augenzeugen in einem anderen Flugzeug gesehen, das in großer Höhe in der Nähe der Unglücksmaschine unterwegs gewesen sei. Es habe keine Funkverbindung mit dem Piloten gegeben, die auf eine ungewöhnliche Situation hingedeutet hätte.

Der Hamburger Luftfahrtexperte Cord Schellenberg bezweifelt die offizielle Darstellung Teherans, der Absturz der ukrainischen Passagierflugzeuges im Iran sei auf einen technischen Defekt zurückzuführen. „Die Erfahrung lehrt, dass vorschnelle Einschätzungen oft daneben liegen. Wir sollten die ersten offiziellen Untersuchungsergebnisse abwarten, die laut internationalen Vereinbarungen in 30 Tagen vorliegen müssen“, sagte Schellenberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Was US-Flugzeugexperten sagen

Laut Schellenberg fehlen zurzeit aussagekräftige Bilder von Wrackteilen, die Auskunft über die Art der Deformation geben könnten. Nur daran sei erkennbar, wie das Flugzeug Feuer gefangen hat und ob es möglicherweise von außen beschossen wurde. Die Äußerungen dürften die Spekulationen über die Ursache zudem eher noch beschleunigen, weil viele darin eine Verschleierung der wahren Ursache sehen werden.

US-amerikanische Flugsicherheitsexperten halten einen Angriff auf das Flugzeug für möglich: Die Ermittler sollten diese Möglichkeit „ganz oben auf ihrer Agenda“ haben, sagte Peter Goelz der „New York Times“. Er ist ehemaliger Direktor des National Transportation Safety Board.

Jeff Guzzetti, ein ehemaliger Flugunfallermittler, sagte der „Washington Post“, der Absturz trage „alle Kennzeichen einer vorsätzlichen Handlung“. Die öffentlich bekannten Details ließen ihn von einem Angriff ausgehen. Wenn das Video des brennenden Flugzeugs echt sei, könne er sich „keinen Defekt vorstellen, der eine so große Feuersbrunst auslösen könnte“. Ein Triebwerksbrand beispielsweise würde längere Zeit benötigen, um das ganze Flugzeug zu erfassen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe diesen Donnerstag zum Tag der Trauer erklärt, teilte das Präsidialamt am Morgen in Kiew mit. Das Staatsoberhaupt legte in der Nacht Blumen am Kiewer Flughafen Boryspil nieder. Kiew will außerdem selbst die Umstände für den Absturz aufklären. Die iranische Seite habe Unterstützung bei der Untersuchung zugesichert, teilte das Präsidialamt weiter mit. Zuvor hatten die USA von Teheran eine „umfassende Zusammenarbeit“ gefordert.

Mehr: Ein ukrainischer Passagierjet ist im Iran abgestürzt, alle Insassen sind tot. Teheran spricht von einem Triebwerksdefekt. Ein deutscher Luftfahrtexperte hat Zweifel.

dpa, rtr, jkn
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