KfW: Das Kreditinstitut erwartet eine deutliche Konjunkturbelebung
Berlin. Die deutsche Förderbank KfW hat verkündet, sie erwarte eine positive Entwicklung der Konjunktur. „Wir glauben nach wie vor an den Aufschwung“, sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher am Dienstag. Zwar habe es im dritten Quartal eine Stagnation gegeben. Doch dürfte der fiskalische Impuls aus Sicht des Konjunktur-Experten jetzt „greifbarer“ werden.
Die Stimmung in Unternehmen habe sich in den vergangenen Monaten bereits verbessert: „Wir erwarten eine zumindest für deutsche Verhältnisse recht lebhafte konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Quartalen“, fügte Schumacher hinzu. Für das nächste Jahr rechnet die KfW mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,5 Prozent. Sie ist damit etwas optimistischer als die Bundesregierung, die ein Plus von 1,3 Prozent veranschlagt.
Die Förderbank beobachtet den Zustand mittelständischer Unternehmen mit dem sogenannten KfW-Mittelstandspanel seit dem Jahr 2003 genau. Das Panel stellt eine repräsentative Erhebung für den gesamten deutschen Mittelstand dar. Dafür wurden Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro befragt. Wie die aktuelle Umfrage ergab, fanden 2024 noch nie so viele Menschen ihren Arbeitsplatz in kleinen und mittleren Unternehmen.
Die Beschäftigtenzahl stieg voriges Jahr um 207.000 auf einen Rekordwert von 33,01 Millionen. Laut Schumacher dürfte damit der Höhepunkt wohl für einige Zeit erreicht sein, auch wenn sich eine konjunkturelle Erholung anbahne: „Weil im Hintergrund große strukturelle Anpassungen passieren, deutet vieles darauf hin, dass wir einen Rückgang in der Beschäftigung auch im Mittelstand sehen werden.“
Die Gesamtumsätze der 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen stiegen 2024 hierzulande laut der KfW leicht um zwei Prozent auf 5,2 Billionen Euro. „Die mittelständischen Unternehmen beweisen auch in schwierigen konjunkturellen Zeiten eine hohe Resilienz. Das heißt allerdings nicht, dass es ihnen wirklich gut geht“, betonte der KfW-Chefvolkswirt.
Niedrige Bereitschaft Investitionen zu tätigen
Preisbereinigt ergab sich bei den Umsätzen 2024 ein leichtes Minus von einem Prozent – ein Jahr zuvor hatte das Minus aber noch bei zehn Prozent gelegen. Die Unternehmen leiden laut KfW unter steigenden Kosten. Der Druck auf die Renditen sei dadurch hoch. „Zudem ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen gering“, erläuterte Schumacher.
Nur 39 Prozent hätten 2024 Investitionsprojekte umgesetzt. Das sind genauso viele wie ein Jahr zuvor, ein Wert nahe dem Allzeittief. Die Zurückhaltung gerade bei Großunternehmen sei zwar kein gutes Zeichen. Doch sollte die Konjunktur anziehen, werde auch die Investitionsdynamik im Mittelstand höher sein: „Zumindest ist es das, was die Mittelständler uns sagen.“
Die Profitabilität der Unternehmen zeigte sich stabil, die durchschnittliche Umsatzrendite lag 2024 bei 7,0 Prozent. Das heißt, dass ein Unternehmen mit jedem Euro Umsatz sieben Cent Gewinn erwirtschaftete. Im historischen Vergleich liegt die Rentabilität damit deutlich über den Werten der 2000er Jahre, aber unter jenen der Jahre 2015 bis 2021.
Erstpublikation: 04.11.2025, 12:20 Uhr.