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KommentarInflation ist gebändigt – aber kein Grund für ungetrübte Freude

Die Teuerung in der Währungsunion ist im Dezember auf zwei Prozent gesunken. In Deutschland fiel der Preisanstieg noch etwas niedriger aus. Doch genau das ist ein Problem.Michael Maisch 07.01.2026 - 15:10 Uhr
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Die Europäische Zentralbank muss sich im Moment keine Sorgen wegen der Inflation machen. Andere Probleme bleiben ungelöst. Foto: dpa

Das ist eine gute Nachricht zum Jahresauftakt: Die Inflation in Deutschland und in der Euro-Zone scheint vorerst überwunden. Aktuelle Daten zeigen, dass die Teuerung in der Währungsunion im Dezember auf zwei Prozent gesunken ist. Damit liegt sie genau auf dem Zielwert der Europäischen Zentralbank, und viele Experten gehen davon aus, dass sich die Inflation in den kommenden Monaten in etwa auf diesem Niveau stabilisieren wird. In Deutschland fiel der Preisanstieg im Dezember gegenüber dem Vorjahr mit 1,8 Prozent sogar noch etwas niedriger aus.

Doch gerade diese Zahl wirft die Frage auf, wie belastbar die guten Inflationsnachrichten tatsächlich sind. Ein wesentlicher Grund für den nachlassenden Preisdruck ist die anhaltende Schwäche der größten Volkswirtschaft Europas. Die lahmende Konjunktur in Deutschland dämpft die Inflation, weil es vielen Unternehmen schwerfällt, höhere Preise an die Endkunden weiterzugeben.

Das ist zwar kurzfristig eine Entlastung für die Verbraucher, doch die Stimmung der deutschen Konsumenten ist so schlecht wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Spürbare Wachstumsimpulse sind von ihnen daher kaum zu erwarten.

Die Euro-Zone hat kein Inflationsproblem mehr, aber nach wie vor ein massives Wachstumsproblem, und dafür ist Deutschland maßgeblich mitverantwortlich. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt in der Währungsunion 2026 um 1,1 Prozent wachsen wird, die Prognose für Deutschland fällt mit 0,9 Prozent noch schlechter aus. Zum Vergleich: Für die Weltwirtschaft erwartet der IWF ein Plus von 3,1 Prozent.

Auf Hilfe der Notenbank sollten die europäischen Regierungen nicht hoffen. Die Teuerungsraten mögen ihren Schrecken weitgehend verloren haben. Aber noch gibt es keinen Grund für die EZB, die Zinsen schnell zu senken, um der lahmenden Konjunktur auf die Sprünge zu helfen.

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