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Rezession„Bereits in Rezession“: Trübe Konjunkturdaten in Großbritannien

Großbritanniens Wirtschaft befindet sich in einer Rezession. Truss Rücktritt belastet den Pfund, Lebenshaltungs-, Energie-, und Personalkosten steigen. 21.10.2022 - 12:31 Uhr Artikel anhören

Verbraucher schränken ihre nach dem Anstieg der Lebenshaltungskosten ihren Verbrauch ein.

Foto: dpa

Berlin. Großbritannien steckt nicht nur in einer politischen, sondern auch in einer wirtschaftlichen Krise. Die Einzelhandelsumsätze fielen im September um 1,4 Prozent niedriger aus als im Vormonat, wie das Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Der Rückgang fiel damit fast dreimal so stark aus, wie es von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen vorausgesagt hatten.

Gemessen am Vorjahresmonat sank der Umsatz mit 6,9 Prozent so stark wie seit Mai 2020 in der Anfangsphase der Corona-Pandemie nicht mehr. Dazu dürfte beigetragen haben, dass viele Geschäfte am Tag der Beisetzung von Königin Elizabeth II. geschlossen blieben.

„Insgesamt meinen wir, dass sich die Wirtschaft bereits in einer Rezession befindet und diese bis zum dritten Quartal 2023 andauern wird“, sagte Ökonom Thomas Pugh von Steuer- und Beratungsfirma RSM UK. Die Landeswährung Pfund wertete nach der Veröffentlichung der Daten gegenüber dem Dollar ab.

Sie steht durch die von Experten als chaotische bezeichnete Politik von Premierministerin Liz Truss ohnehin unter Druck, die am Donnerstag ihren Rücktritt erklärt hat. Ihre konservative Partei will nächste Woche einen Nachfolger küren.

Die Verbraucher schränken ihre Ausgaben ein, nachdem die Lebenshaltungskosten um rund zehn Prozent gestiegen waren. Mehrere Einzelhändler, darunter die größte britische Supermarktkette Tesco und der Online-Modehändler Asos, haben im Oktober Gewinnwarnungen veröffentlicht, da sie mit höheren Energie- und Personalkosten und dem schwachen Pfund zu kämpfen haben.

„Wir werden alles Notwendige tun, um die Verschuldung mittelfristig zu senken.“

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Der Staat muss zugleich mehr Kredite aufnehmen. Im September waren es 20,01 Milliarden Pfund, wie das Statistikamt mitteilte. Das sind fast drei Milliarden mehr als von Ökonomen erwartet. Seit April summiert sich die Kreditaufnahme damit auf 72,5 Milliarden Pfund, was einem Rückgang von rund einem Viertel zum Vorjahreszeitraum entspricht, aber doppelt so hoch ist wie im Zeitraum April-September 2019 - also vor der Corona-Pandemie.

Das Defizit werde sich ausweiten, wenn die teuren Energiepreis-Subventionen der Regierung beginnen, sagte der stellvertretende Direktor des Institute for Fiscal Studies, Carl Emmerson. Finanzminister Jeremy Hunt will am 31. Oktober seinen Haushaltsplan vorlegen, der Ausgabenkürzungen und weitere Steuererhöhungen beinhalten dürfte. „Um die Märkte zu stabilisieren, habe ich deutlich gemacht, dass der Schutz unserer öffentlichen Finanzen bedeutet, dass schwierige Entscheidungen anstehen“, sagte Hunt. „Wir werden alles Notwendige tun, um die Verschuldung mittelfristig zu senken.“

rtr
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