Innovation: Wie Deutschland Forschungserfolge in die Praxis umsetzt
Düsseldorf, München. Die Forschung ist stark, die Umsetzung mittelmäßig: Deutschlands Unternehmen machen zu wenig aus ihren Möglichkeiten. Das ist ein Fazit des neuen Innovationsindikators des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und Roland Berger, in dem erstmals die Effizienz von Innovationsumsetzung ermittelt wurde.
Stefan Schaible, Global Managing Partner bei Roland Berger, sagt: „Die Effizienz bei Wissensgenerierung ist in Deutschland recht hoch, aber nicht bei der Kommerzialisierung.“
Insgesamt wirkt sich das ernüchternd auf die Innovationsfähigkeit aus: Unter 35 Volkswirtschaften steht Deutschland der Studie zufolge auf Rang zwölf – so wie schon 2024.
Auf den Spitzenplätzen finden sich die Schweiz, Singapur und Dänemark. Die kleineren Länder profitieren allerdings von geringerer Komplexität oder anderen strukturellen Vorteilen. Der Vergleich mit größeren Volkswirtschaften ist nur bedingt aussagekräftig. Ein Trost ist das allerdings nicht: Deutschland hat besonders im Vergleich zu Ländern wie Großbritannien, den USA oder Frankreich verloren.
Peter Leibinger, Präsident des BDI, warnt daher: „Nur durch Innovation sind wir mit unseren hohen Kosten als Industrie überhaupt wettbewerbsfähig, und ohne Industrie scheitert unser deutsches Gesellschaftsmodell.“