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Justin HotardWie der künftige CEO Nokia auf KI ausrichten will

Justin Hotard übernimmt die Führung des finnischen Netzwerkausrüsters in einer schwierigen Phase. Er setzt auf KI, Forschung und neue Geschäftsfelder – doch Nokia steht vor großen Herausforderungen.Stephan Scheuer 10.02.2025 - 07:47 Uhr Artikel anhören
Justin Hotard: Der Intel-Manager wird neuer Chef von Nokia. Foto: Bloomberg

Düsseldorf. Der finnische Netzausrüster Nokia hat einen neuen Chef ernannt. Der Intel-Manager Justin Hotard wird von April an die Leitung des Unternehmens von Pekka Lundmark übernehmen, wie die Manager am Montag bei einer Konferenz am Firmensitz in Espoo bekannt gaben.

Hotard will Nokia neu ausrichten. „Wir stehen am Anfang eines Superzyklus mit Künstlicher Intelligenz“, sagte Hotard. Die Bedeutung der Technologie sei mit der Einführung des Internets vergleichbar. „Bei diesen großen Marktübergängen entstehen neue Gewinner, und etablierte Unternehmen erfinden sich entweder neu oder gehen unter“, so Hotard.

Nokia selbst steht jedoch bereits für einen verpassten Wandel. Am Anfang des neuen Jahrtausends waren die Finnen Weltmarktführer im Handygeschäft. Aber das Management wurde zu Beginn der Smartphone-Ära abgehängt, als Apple 2007 das erste iPhone einführte und Google das Betriebssystem Android entwickelte.

2013 verkaufte Nokia schließlich die gesamte Mobilfunksparte für 5,4 Milliarden Euro an Microsoft. Wenig später stellte auch Microsoft das Geschäft mit Nokia-Smartphones ein und verkaufte den Rest des Geschäftsbereichs.

Nokia selbst konzentrierte sich auf das Netzwerkgeschäft. 2016 kaufte die Firma den französischen Netzausrüster Alcatel-Lucent auf. Heute bietet Nokia Telekommunikationsinfrastruktur, 5G-Netzwerke und Cloud-Technologien an. In Deutschland ist Nokia Partner des Netzbetreibers Telefónica (Marke O2). Mehr als die Hälfte der in Deutschland verbauten Antennen im O2-Netz stammen von der finnischen Marke.

Während der vergangenen Jahre erlebte Nokia mehrere Entlassungswellen. Wichtige Partner wendeten sich von Nokia ab. So setzt der US-Netzbetreiber AT&T für die Ausstattung seines Funknetzes (RAN) nicht länger auf Nokia, sondern auf Ericsson. Für das Geschäftsjahr 2024 wies Nokia einen Umsatzrückgang um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 19,2 Milliarden Euro aus.

Der Chef eines großen europäischen Netzbetreibers sagte dem Handelsblatt: „Wir arbeiten seit Jahren mit Nokia zusammen. Aber technologisch hängt Nokia den Rivalen Ericsson und Huawei weit hinterher.“

Hotard will Nokia auf neue Wachstumsbereiche konzentrieren. Dazu soll unter anderem das Geschäft mit der Verteidigungsindustrie zählen. „Ich sehe das als eine wichtige Wachstumschance“, sagte Hotard am Montag.

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Für ihn sei ein klarer Fokus auf Forschung und Entwicklung der zentrale Faktor seiner Arbeit als CEO, sagte Hotard. Er leitet derzeit die Sparte Data Center & AI Group beim US-Chiphersteller Intel. Er werde mit seiner Familie aus dem Silicon Valley nach Espoo ziehen, kündigte Hotard an.

„Ich hatte Erfolg bei der Neupositionierung von Technologieunternehmen, um das Wachstum zu fördern“, sagte Hotard. Seine Erfahrung wolle er nun bei Nokia einbringen. Hotard arbeitete vor seinem Wechsel zu Intel viele Jahre bei Hewlett Packard Enterprise.

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