Technologie: Der Kampf um die 100 Milliarden Euro: So wollen Start-ups die Bundeswehr ausrüsten
Junge Technologieunternehmen wie die Drohnenfirma Quantum Systems und der Raketenentwickler HyImpulse würden gern die Bundeswehr beliefern. Doch aller Anfang ist schwer.
Foto: Quantum Systems, HyImpulse, Fotolia, Dpa, Getty ImagesNeubiberg. Sein Puls sei schon auf 180, sagt Florian Seibel. Dann zückt er mitten in der Podiumsdiskussion eine Möhre aus der Hosentasche: „Diese Karotte wird uns seit fünf Jahren vor die Nase gehalten, von der Bundeswehr und dem BAAINBw“, schimpft der Drohnen-Unternehmer in den Saal.
Das BAAINBw ist das Beschaffungsamt der Bundeswehr und damit die Behörde, an der jeder Unternehmer vorbei muss, der deutsche Soldatinnen und Soldaten ausstatten will – sei es mit Panzern, sei es mit Socken. Oder eben mit Drohnen. Doch für Start-ups gibt es nach Seibels Erfahrung grundsätzlich kein Durchkommen bei der in Koblenz angesiedelten Behörde.
Am fehlenden Stallgeruch kann es nicht liegen. Seibel ist selbst einer aus der Truppe, 16 Jahre lang war er Soldat, studierte an der Bundeswehr-Universität in Neubiberg bei München Luft- und Raumfahrttechnik und verließ die Armee als Hauptmann und Heeresflieger. Er ist einer der ganz wenigen Start-up-Unternehmer, die aus einer der beiden Bundeswehr-Universitäten heraus ausgegründet haben. Eine der Drohnen seiner Firma Quantum Systems hat er speziell für die Bedürfnisse des Militärs entwickelt.