Baywa: „So einen Fall habe ich als Sanierer noch nicht erlebt“
München. Ein Jahr nach dem Beinahe-Zusammenbruch des größten deutschen Agrar- und Baustoffhändlers ist die neue Baywa-Führung vorsichtig optimistisch. „Unsere Kostenbasis ist deutlich schneller gesunken als geplant“, sagte Restrukturierungsvorstand Michael Baur dem Handelsblatt. Das Unternehmen sei bis Ende 2028 durchfinanziert.
Die Baywa hatte sich in Niedrigzinszeiten bei einer ungestümen Expansion übernommen. „Eine Insolvenz hätte dramatische Folgen für die Gläubiger gehabt. Sie hätten Milliarden verloren“, sagte der erfahrene Sanierer. Der Konzern habe im vergangenen Sommer nur noch wenige Wochen gehabt, um die Liquidität zu stabilisieren.
Im vergangenen Jahr machte der Konzern schließlich einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatz sank von 23,9 auf 21,1 Milliarden Euro. Erstmals analysierte die neue Führung nun, wie es zu dem Drama kommen konnte – und entwarf ein Bild, wie ein neuer, stabiler Baywa-Konzern in einigen Jahren aussehen könnte.