Blick ins Ausland: So regeln Großbritannien, Frankreich und USA die Bilanzprüfung
Prüfgeschäft und Beratung müssen hier nun operativ getrennt werden.
Foto: Getty ImagesLondon, Paris, New York. Nach dem Fall Wirecard werden Stimmen laut, die eine Änderung des bisherigen Wirtschaftsprüfungssystems in Deutschland fordern. Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht äußert sich hierzu im Interview mit dem Handelsblatt. Will man Möglichkeiten für geeignete Reformen finden, lohnt sich ein Blick über die deutschen Grenzen hinaus: Was funktioniert woanders, was gar nicht? Welche Lehren wurden im Ausland aus den dortigen Skandalen gezogen? Ein Überblick.
Großbritannien: Prüfung von Beratung trennen
In Großbritannien brachte die spektakuläre Pleite des Baukonzerns Carillion 2018 eine weitreichende Reform der großen Wirtschaftsprüfer ins Rollen. KPMG hatte bei dem Unternehmen damals sämtliche Warnzeichen übersehen.
Im Juli dieses Jahres ordnete die Aufsichtsbehörde, der Financial Reporting Council (FRC), nun an, dass die Big Four ihr Prüfungsgeschäft operativ von der Beratung trennen müssen. Bis Ende Oktober müssen PwC, Deloitte, EY und KPMG einen detaillierten Plan für ihr Unternehmen vorlegen und diesen bis 2024 umsetzen.
Weiter gehende Forderungen, das Prüfgeschäft in eine separate Firma auszugliedern, lehnte der FRC ab. Prüfung und Beratung dürfen also auch künftig unter einem Dach stattfinden, aber jeder Bereich wird eine eigene Bilanz und einen eigenen Verwaltungsrat haben.