Wirtschaftsbetrug: Von Enron bis Credit Suisse: Die größten Bilanzskandale der 2000er-Jahre
Der bis dahin größte Fall von Wirtschaftskriminalität in Deutschland.
Foto: dpaNew York. Beim Finanzdienstleister Wirecard hat es 1,9 Milliarden Euro aus der Bilanz mit „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ gar nicht gegeben. Noch längst ist nicht alles aufgeklärt im Krimi um den Dax-Konzern aus Aschheim bei München. Doch am Donnerstag wurde bekannt, dass das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt hat.
Im Dax, der Eliteklasse des deutschen Aktienmarkts, ist der Fall Wirecard beispiellos. Doch seit dem Beginn des Jahrtausends haben weltweit mehrere große Bilanzskandale für Aufsehen gesorgt. Jedes Mal ging es um Betrug, jedes Mal gab es Verluste in Milliardenhöhe. Ein Überlick.
Flowtex (2000)
Die Flowtex Technologie GmbH aus dem badischen Ettlingen wirkte wie ein solides Unternehmen. Es handelte mit Horizontalbohrmaschinen, die dazu dienten, Kabel und Rohre zu verlegen, ohne den Boden aufreißen zu müssen. Als Flowtex im Jahr 2000 an die Börse sollte, wurde jedoch klar, dass von den angeblich 3000 zu je 1,5 Millionen D-Mark verkauften Maschinen nur 270 existierten, die gleich mehrfach verkauft wurden.
Im Jahr 2000 wurde dem Geschäftsführer Manfred Schmider und weiteren Mitarbeitern Betrug nachgewiesen, der einen Schaden von rund 2,9 Milliarden Mark angerichtet hatte. Schmider wurde von einem Psychiater Größenwahn attestiert. Es war damals der bis dahin größte Fall von Wirtschaftskriminalität in Deutschland.