Deutsche Bahn: Kartelljagd auf Lieferanten beschert DB Millionenerträge
Berlin. Genau 54 Umzugskartons mit mehr als 400 Aktenordnern lieferte die Speditionsfirma DB Schenker Ende 2013 vor dem Kölner Landgericht ab. Der Inhalt: Beweismaterial gegen British Airways, Air France-KLM, Singapore Airlines, Cargolux und sieben weitere internationale Airlines.
Sie alle, so lautete die beigefügte Klage, hätten bei Frachtaufträgen ihre Sicherheitsgebühren und Kerosinzuschläge abgesprochen, wofür sie die EU-Kommission zunächst mit einem Bußgeld von 790 Millionen Euro belegt hatte. Danach verlangte der DB-Konzern, sozusagen in der Verlängerung, auf zivilrechtlichem Weg einen Schadenersatz.
Für den Staatskonzern ein Novum: Neben den eigenen Forderungen, die er zu Beginn auf mehr als 1,8 Milliarden Euro taxierte, ließ man sich gleichzeitig die Ansprüche weiterer Geschädigter abtreten. Am Ende klagte man deshalb auch im Namen der Speditionen Kühne + Nagel, Hellmann und Panalpina sowie deren Kunden. Auf der Liste fanden sich auch Schwergewichte wie BMW oder Bosch.
Etwas mehr als elf Jahre danach steht das Ergebnis nun fest. Zum Jahreswechsel lenkte als Letztes die Fluggesellschaft Cathay Pacific in einem außergerichtlichen Vergleich ein, wie das Handelsblatt erfuhr. Die Airline aus Hongkong zeigte sich wie alle anderen vor ihr zu einer Ausgleichszahlung bereit.