Energie: Russland wird überschüssiges Gas kaum los
Gazprom holt mehr Gas aus der Erde, als es absetzen kann.
Foto: Bloomberg via Getty ImagesDüsseldorf. Der russische Staatskonzern Gazprom verkündet gern Dinge, die zunächst wie Erfolgsmeldungen klingen. „Wir haben die russischen Speicher mit 72,662 Milliarden Kubikmetern erneut auf ein Rekordniveau gefüllt“, lautet die Übersetzung einer Rede von Gazprom-Chef Alexei Miller, die Gazprom kürzlich über den Nachrichtendienst Telegram veröffentlichte.
Russische Verbraucher könnten dank der vollen Speicher sicher sein, dass ihre Wohnungen warm sind. „Daran gibt es keinen Zweifel“, heißt es. Doch Zweifel gibt es durchaus an der vermittelten Botschaft, alles laufe nach Plan.
Schließlich sind große Gasvorräte für Russland kein Grund zum Feiern – sondern eine Erinnerung daran, wie wenig Gas man zuletzt nach Europa exportiert hat. Gazprom hat im vergangenen September die Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland vollständig eingestellt. Auch durch die Ukraine und Polen fließt auf Geheiß Moskaus kein Gas für die EU mehr nach Deutschland – wohl, um Europa im Zuge des Ukrainekriegs unter Druck zu setzen.
Russische Gasspeicher von Gazprom bis zum Anschlag gefüllt
Für das viele Gas, das Gazprom so nicht gewinnbringend verkaufen kann, braucht Russland Lösungen. Und die sind nicht so einfach zu finden.