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EnergiekonzernEnBW-Chef kritisiert Pläne für Kraftwerkskapazitäten

Der Ausbau erneuerbarer Energien macht Reformen des Stromsystems nötig. Schon in wenigen Jahren soll ein „Kapazitätsmechanismus“ greifen. Georg Stamatelopoulos hat Zweifel. 06.09.2024 - 08:08 Uhr Artikel anhören
Der Chef des Energiekonzerns EnBW, Georg Stamatelopoulos. Foto: EnBW

Karlsruhe. Der Chef des Energiekonzerns Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Georg Stamatelopoulos, hat Zweifel an den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums für ein neues „Strommarktdesign“. „Angesichts des Zeitdrucks kann ich nicht nachvollziehen, warum wir uns hier nicht an bereits bestehenden und funktionierenden Modellen orientieren“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Wegen des massiven Ausbaus erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne soll das Stromsystem umfassend reformiert werden. Unter anderem soll es bis zum Jahr 2028 einen sogenannten Kapazitätsmechanismus geben.

Dabei geht es darum, dass Anbieter dafür honoriert werden, dass sie sogenannte steuerbare Kraftwerkskapazitäten bereitstellen – auch wenn die Kraftwerke möglicherweise nur wenige Stunden im Jahr laufen. Nötig ist das vor allem für jene Zeiten, in denen der Strom nicht allein aus den Erneuerbaren Energien kommt. Das Ministerium hatte dazu Anfang August Vorschläge vorgelegt.

Stamatelopoulos sprach von einer Art Feuerwehr des Systems. Er kritisierte, dass sich Deutschland nicht an Modellen in anderen Ländern orientiere. „Es gäbe Vorbilder in der EU.“ Die Europäische Union habe auch den Kapazitätsmarkt im Vereinigten Königreich genehmigt, der von der Struktur her mit dem deutschen relativ gut vergleichbar sei.

„Aber wieder will Deutschland einen eigenen, extrem komplizierten Weg einschlagen. Dafür nehmen wir in Kauf, dass es teurer wird und dass es wahrscheinlich in 2028 nicht fertig sein wird.“ Stamatelopoulos war vor einem halben Jahr nach dem überraschenden Abgang von Andreas Schell an die Spitze des Karlsruher Konzerns gerückt.

2023 hatte EnBW mit einem Ergebnis von 6,37 Milliarden Euro abgeschlossen, was ein Plus von gut 60 Prozent bedeutete. Für das laufende Geschäftsjahr geht das Unternehmen von einem Rückgang auf 4,6 bis 5,2 Milliarden Euro aus.

dpa
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