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RohstoffeBei Kalipreisen verschätzt – K+S muss Milliarden abschreiben

Der Rohstoffkonzern leidet unter fallenden Kalipreisen. Weil das Unternehmen die Entwicklung falsch eingeschätzt hat, muss es nun Milliarden abschreiben. 04.11.2020 - 15:48 Uhr Artikel anhören

K+S hat die Preisentwicklung von Kali falsch eingeschätzt.

Foto: dpa

Frankfurt. K+S hat sich bei der langfristigen Entwicklung der Kalipreise verschätzt und muss deshalb Milliarden abschreiben. Die Preise für Kali, einer der Hauptnährstoffe für Pflanzen, dürften zwar kurz- und mittelfristig weiter steigen, teilte der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller am Mittwoch mit. Langfristig gehe K+S nun aber von einer niedrigeren Preisentwicklung aus als bislang. Auch sei mit einem höheren Kapitalkostensatz zu rechnen. Daher fielen im dritten Quartal insgesamt Wertberichtigungen auf Vermögenswerte von rund zwei Milliarden Euro an.

K+S steuert nun auf einen Milliardenverlust in diesem Jahr zu. Aufgrund der operativen Entwicklung bekräftigte das Management um Vorstandschef Burkhard Lohr aber die Prognose, wonach 2020 ein Betriebsgewinn nach Restrukturierungsaufwendungen (Ebitda) von rund 480 Millionen Euro erzielt werden soll. Die detaillierten Quartalszahlen sollen am 12. November veröffentlicht werden. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die K+S-Aktie büßte zum Handelsschluss 4,1 Prozent ein, während der Gesamtmarkt deutlich zulegte.

Die Zukunftsaussichten von K+S schätzt Lohr als „nach wie vor sehr gut“ ein. Als einziger Kaliproduzent mit Produktionsstätten auf zwei Kontinenten verfüge K+S über eine gute Ausgangsbasis.

Zudem werde der kürzlich angekündigte 3,2 Milliarden Dollar schwere Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts an Stone Canyon Industries, der im Sommer 2021 abgeschlossen werden soll, das Unternehmen deutlich entschulden und die künftige Finanzierung sicherstellen. „Mit der Wertberichtigung haben wir nun auch die Bilanz bereinigt. Damit schaffen wir einen größeren Handlungsspielraum für die Gestaltung unserer Zukunft“, zeigte sich Lohr zuversichtlich.

Im Fokus steht nun die Senkung von Kosten und Investitionen, um auch bei niedrigen Kalipreisen und einer schwachen Nachfrage nach Auftausalz einen positiven freien Cashflow an allen Produktionsstandorten zu erwirtschaften. Bei der Neuausrichtung sieht K+S sich „auf einem sehr guten Weg.“ Durch ein engere Verknüpfung der Kalisparte mit der Holding nach dem Verkauf des Salzgeschäfts sollen die Verwaltungskosten um 30 Prozent sinken.

K+S als weltgrößter Salzproduzent hatte im März angekündigt, sein Salzgeschäft in Nord- und Südamerika komplett verkaufen zu wollen. Damit will der Konzern beim Abbau seines hohen Schuldenbergs vorankommen, der durch eine neue Kali-Mine in Kanada angeschwollen war. Das Unternehmen sucht zudem Hilfe vom Staat und beantragte eine zusätzliche Kreditlinie bei der Förderbank KfW.

rtr
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