Verbot von Gas- und Ölheizungen: Geplantes Gesetz sorgt für Boom bei fossilen Heizungen
Das Interesse an Öl- und Gasheizungen, das im vergangenen Jahr im Zuge der Gaskrise mit Russland so eingebrochen war, nimmt gerade sukzessive wieder zu.
Foto: dpaDüsseldorf. Ein Wohnhaus von 1895, katastrophale Dämmung, uralte Ölheizung: Es sind Fälle wie dieser, die Thomas Rebel derzeit ins Grübeln bringen. Rebel leitet Homeserve Deutschland, eine Unternehmensgruppe, die überforderte Handwerker berät. Zum Beispiel dazu, was sie einem Hausbesitzer sagen sollen, der für 50.000 Euro eine klimafreundliche Wärmepumpe mit neuen Heizkörpern kaufen könnte – oder eine neue, klimaschädliche Ölheizung für ein Fünftel des Preises.
Viele Hausbesitzer mit alten Heizungsanlagen stehen jetzt vor jener schwierigen Entscheidung: Lohnt es sich, in diesem Jahr noch schnell eine neue Öl- oder Gasheizung einzubauen? Denn ab 2024 soll es nach dem Willen der Bundesregierung im Regelfall verboten sein, reine Öl- oder Gasheizungen zu installieren.
Rebel sagt: „Wir beobachten, dass Verbraucher Angst vor der Umstellung im kommenden Jahr haben. Hausbesitzer, die eigentlich erst in ein, zwei Jahren eine neue Heizung gebraucht hätten, rüsten deshalb jetzt schon um.“ 2023 könnte zu einem Boom-Jahr für fossile Heizungen werden.
Für die ambitionierten Klimapläne von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bauministerin Klara Geywitz (SPD) droht ein Rückschlag. So nötig ihre Vorgaben für einen schnellen Umstieg auf klimafreundlichere Heizungen sein mögen – es häufen sich die Hinweise, dass Hausbesitzer dem Zwang zur Klimainvestition noch schnell entwischen wollen.