Deutsche Bahn: Sitzplatzreservierung bald wie im Flugzeug
Im Sommer 2010 waren noch etliche Klimaanlagen in ICEs ausgefallen. Zahlreiche Menschen mussten damals ärztlich behandelt werden.
Foto: dapdHamburg. Wie beim Fliegen: Kunden der Deutschen Bahn (DB) sollen ab Dezember bei der Internetbuchung ihren Sitzplatz selbst aussuchen und reservieren können. Das Pilotprojekt, mit dem die Bahn einen langjährigen Kundenwunsch erfülle, starte im Dezember, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Kunde bekommt demnach eine Übersicht der Plätze im Zug gezeigt und dazu die Angaben, welche noch verfügbar sind.
Aussuchen kann der Kunde sich damit, ob er - voraussichtlich - in Fahrtrichtung sitzt oder nicht, ob am Fenster, an einem Tisch oder in einem Bereich mit Handyverbot. Möglich ist es damit auch, einen Platz neben jemandem zu wählen, der bereits gebucht hat. Möglich ist die Sitzplatz-Auswahl per Internet zunächst in den ICE der ersten und dritten Generation sowie in den ICE-T-Zügen. Das sind laut Bahn drei Viertel aller ICE-Züge.
Die Deutsche Bahn möchte mit dem Pilotprojekt eine „stabile Datengrundlage“ bekommen, wie sie mitteilte. Möglich sei eine Ausweitung der Sitzplatzwahl auch auf andere Vertriebskanäle.
Zudem verspricht die Bahn ihren ICE-Fahrgästen für den Sommer 2013 ein Ende des Ärgers über ausgefallene Klimaanlagen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir einen stabilen Betrieb haben werden“, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Ulrich Homburg am Donnerstag in Hamburg. Bis dann seien die Klimaanlagen der letzten Züge der anfälligen ICE 2-Generation umgebaut. Im Juli und August des laufenden Jahres gab es laut Homburg noch 14 Störungen bei ICE-Zügen wegen kaputter Kühlung, davon 10 am heißesten Tag, dem 19. August.
Im Sommer 2010 hatte die Bahn negative Schlagzeilen gemacht, weil Klimaanlagen in ICEs ausgefallen waren. Zahlreiche Menschen mussten damals ärztlich behandelt werden. Seitdem hat die Bahn an den ICE-Klimaanlagen mehrere Dinge verbessert.
Schlechter sieht es dagegen für Fahrgäste der Intercitys (IC) auf: Hier gab es im Sommer 61 Störungen der Klimaanlagen. Bei den ICs dauern die Umbauten noch bis Ende 2014, sagte Homburg.