Luftfahrt: Gestrichene Flüge, fehlendes Personal, frustrierte Kunden: Kontrolleure stellen Lufthansa-Chef zur Rede
Sehenden Auges ins Desaster.
Foto: imago images / Rainer UnkelFrankfurt. Investoren schauen mit Sorge auf das Chaos bei Lufthansa. „Das Lufthansa-Management hat gesagt, es wolle stark auf die Privatreisenden setzen. Genau die vergrault man jetzt, indem man sie am Flughafen hängen lässt“, kritisiert Patrick Schuchter, Portfoliomanager bei Union Investment. Es gebe seit Jahren keine klare Strategie, die Spreizung der Marke von Premium bis zu Billig funktioniere nicht.
Die Strategiefrage stellt auch Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment. „Bisher war das Mantra der Führung Premium. Jetzt ist der fünfte Stern weg, eine echte Zäsur“, sagt er mit Blick auf den Verlust des Qualitätssiegels „Five Star Airline“.
Die Investoren finden unmittelbar vor der Sondersitzung des Lufthansa-Aufsichtsrats deutliche Worte der Kritik. Das Gremium will am Mittwoch über die angespannte Situation im Flugbetrieb und die wirtschaftlichen Folgen informieren. Dabei findet die Sitzung auf Druck der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat statt. Die Beschäftigten der Lufthansa sind unzufrieden mit der Krisenbewältigung des Managements um Carsten Spohr, der während der Pandemie vor allem auf Stellenabbau gesetzt hat.