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Pablo IslaVon Mode zu Maggi – Ex-Inditex-Chef soll Nestlé umkrempeln

Der Lebensmittelkonzern Nestle steckt in der Krise: Häufige Chefwechsel und globale Unsicherheiten belasten das Geschäft. Nun soll der ehemalige Zara-Chef Isla die Wende einleiten. 18.09.2025 - 13:55 Uhr Artikel anhören
Pablo Isla: Der Modemanager soll Nestlé digitaler machen. Foto: REUTERS

Zürich. Er hat die Modekette Zara zu einem weltweiten Branchenführer gemacht. Nun soll Pablo Isla als neuer Verwaltungsratspräsident den kriselnden Lebensmittelkonzern Nestlé auf Kurs bringen.

Der Spanier hat den Zara-Mutterkonzern Inditex als Vorstandschef und Verwaltungsratspräsident 17 Jahre lang geführt. Nun soll er seine Erfahrung mit Logistik, Online-Handel und sich schnell ändernden Kundenwünschen einbringen, um den Schweizer Nahrungsmittelriesen zu sanieren.

Auch wenn der Sprung von Kleidern und Jeans zu Kaffee und KitKat nicht naheliegend erscheint, sind Investoren überzeugt: Islas Erfolgsbilanz bei schnellen Produkteinführungen, seine Fähigkeit, jüngere Verbraucher anzusprechen, und seine digitale Expertise machen ihn zur richtigen Person für diese Herausforderung.

Der 61-jährige Jurist, der von der „Harvard Business Review“ 2017 und 2018 zum besten Vorstandschef der Welt gekürt wurde, tritt sein Amt bei Nestlé am 1. Oktober an. Das ist ein halbes Jahr früher als geplant, weil Nestlé-Verwaltungsratschef Paul Bulcke inmitten der Turbulenzen um den vor zwei Wochen entlassenen Konzernchef Laurent Freixe ebenfalls früher als gedacht seinen Posten räumte.

Freixe musste wegen einer nicht offengelegten romantischen Beziehung zu einer ihm direkt unterstellten Mitarbeiterin gehen. Neben der Führungskrise machen dem Konzern Umsatz- und Gewinnrückgänge zu schaffen, und der Druck der Investoren wächst. Sie setzen ihre Hoffnung auf Isla, um an der Seite des neuen Konzernchefs Philipp Navratil einen schnellen Wandel herbeizuführen.

Praxinah, fordernd, freundlich

Bei Inditex hat Isla eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Er trieb die weltweite Expansion voran, steigerte den Umsatz von 6,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 27,7 Milliarden Euro im Jahr 2021 und verachtfachte den Aktienkurs des spanischen Unternehmens. Von einem solchen Wachstumsschub kann Nestlé derzeit nur träumen. Die Aktie des Konzerns notiert auf dem tiefsten Stand seit Ende 2016.

Isla gilt als der Architekt, der Zara ins digitale Zeitalter führte. Er setzte auf neue Technologien, um die Logistik zu verschlanken und Produkte schneller in die Läden zu bringen – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in der Modebranche.

Konsumgüter

Nestlé-Starmanager soll den Nahrungsmittelmulti aus der Dauerkrise führen

Eine zentrale Neuerung war die Einführung von RFID-Funkchips in jedem Kleidungsstück. Damit konnte das Unternehmen in Echtzeit verfolgen, welche Artikel sich gut verkaufen. Zudem zeigte das System den Mitarbeitern, welche Größen und Stile nachgefüllt werden mussten, und ermöglichte es, Online-Bestellungen direkt aus den Filialen abzuwickeln.

Technologie soll auch bei Nestlé der Schlüssel sein. Der Konzern will einem Insider zufolge Künstliche Intelligenz einsetzen, um Lieferkette, Vertrieb und Produktion zu verbessern.

Verkauf von Marken wird fortgesetzt

Guido Stein, der an der IESE Business School in Barcelona Unternehmensführung lehrt, erwartet, dass Isla ein praxisnaher, „exekutiver“ Verwaltungsratspräsident sein wird. „Er hat einen persönlichen Stil, der sich in Führungsqualitäten niederschlägt, da er freundlich, fordernd und gütig ist“, sagte Stein. „Und er lässt seinen Kollegen Raum, um zu wachsen und ihre Arbeit zu machen.“

Einem Nestlé-Insider zufolge wird Islas Erfahrung entscheidend sein, um den neuen, 49-jährigen Konzernchef Philipp Navratil anzuleiten. Isla ist es gewohnt, in komplexen Strukturen zu agieren. Bei Inditex übernahm er 2011 den Vorsitz vom Gründer und Eigentümer Amancio Ortega und übergab ihn 2022 an dessen Tochter Marta.

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Bei Nestlé, wo keine Gründerfamilie die Kontrolle ausübt, könnte er mehr Freiraum haben, um schmerzhafte Veränderungen vorzunehmen. Investoren sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass Restrukturierungen und der Verkauf von Marken, die nicht zum Kerngeschäft gehören, notwendig seien.

rtr
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