Nestlé: Perrier könnte wegen Skandal vom Markt verschwinden
Berlin. Verunreinigt, vertuscht und verstrickt bis ins höchste Staatsamt – was Perrier und dem Schweizer Mutterkonzern Nestlé vorgeworfen wird, klingt wie ein Krimi. Das Unternehmen soll Wasser, das nicht den Anforderungen entsprach, mit nicht zugelassenen Methoden gefiltert und als natürliches Mineralwasser teuer verkauft haben.
Die französische Verbraucherschutzorganisation „UFC-Que Choisir“ will nun durch ein Gericht den Verkauf verbieten lassen. „Jahrelang wurde Perrier als natürliches Mineralwasser vermarktet, obwohl die Regeln überhaupt nicht eingehalten wurden“, sagt die Juristin der Organisation Gwenaëlle Le Jeune.
Das seit mehr als 100 Jahren in Vergèze in der Nähe von Montpellier abgefüllte Mineralwasser gehört zu den bekanntesten Produkten Frankreichs. Fast 90 Prozent der Franzosen kennen Studien zufolge Perrier und seine grünen Flaschen. Perrier ist Teil des Premiumwassersegments von Nestlé. Gerne schmückt man sich mit dem Titel „Champagner unter den Mineralwässern“. Und das hat seinen Preis. Auf einer Pariser Café-Terrasse kosten 0,33 Liter 6,50 Euro oder mehr.