Serie: Grüner Umbruch: Synthetisches Kerosin – der Hoffnungsträger über den Wolken
Fliegen trägt weltweit zwischen zwei und drei Prozent zu den von Menschen verursachten CO2-Emissionen bei.
Foto: dpa-BildfunkFrankfurt. Bisher gibt es die Anlage nur auf dem Papier, doch demnächst sollen die Bagger anrollen. Für 30 Millionen Euro will das Karlsruher Jungunternehmen Ineratec auf dem Gelände des Chemieparks Frankfurt-Hoechst die erste Fabrik für synthetisches Flugbenzin (SAF) im Industriemaßstab errichten. Ab dem kommenden Jahr sollen dort 3500 Tonnen davon jährlich hergestellt werden. „Wir müssen nicht die Antriebsarten ändern, sondern den Kraftstoff“, ist Tim Böltken, Mitgründer und Geschäftsführer von Ineratec, überzeugt.
Deutsche Airline-Manager wie Carsten Spohr werden das Vorhaben mit Sicherheit sehr genau verfolgen. Das E-Fuel ist der größte Hoffnungsträger der Branche, um das Fliegen schnell klimaneutral zu machen. Andere Technologien wie etwa ein Wasserstoffantrieb brauchen noch viele Jahre. Und die Branche steht mächtig unter Druck. „Wenn wir Covid mal hinter uns lassen, wird es kein anderes Thema geben, das die Tagesordnung so bestimmen wird“, sagt Lufthansa-Chef Spohr mit Blick auf das Thema Klima.
Dabei sieht die Klimabilanz der Luftfahrt auf den ersten Blick gar nicht so schlimm aus. Fliegen trägt weltweit zwischen zwei und drei Prozent zu den von Menschen verursachten CO2-Emissionen bei. Berücksichtigt man auch klimarelevante Emissionen wie Stickoxide, Wasserdampf, Ruß, Aerosol- und Sulfat-Aerosolpartikel sowie die Folgen von Kondensstreifen ergibt sich laut Deutschem Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) ein Anteil von 3,5 Prozent. Der Immobiliensektor etwa ist ein weitaus größerer Klimasünder.