Strabag-Chef: „In Deutschland ist noch kein einziges Projekt ausgeschrieben“
Wien. Während die deutsche Bauwirtschaft unter hohen Zinsen, schleppenden Investitionen und Genehmigungen ächzt, meldet Strabag Wachstumszahlen, die in der Branche derzeit Seltenheitswert haben. Der österreichische Baukonzern, mit einem Auftragsvolumen von über 25 Milliarden Euro und rund 86.000 Beschäftigten einer der größten Baukonzerne Europas, zeigt auch in der Baukrise robuste Auftragszahlen. Im Interview erklärt der seit Februar amtierende CEO Stefan Kratochwill, worauf diese Widerstandskraft beruht – und wo die nächsten Wachstumsfelder liegen.
Von Deutschlands 500 Milliarden Euro schwerem Sondervermögen sollen 100 Milliarden in nachhaltige Infrastruktur fließen – ein Bereich, von dem auch Strabag profitiert. Die Kapazitäten seien vorhanden, doch Kratochwill rechnet mit längeren Wartezeiten, bis die Mittel fließen: „Vor 2026 wird davon in der Baupraxis wenig ankommen.“
Die Ukraine, in der Strabag schon 2021 aus Compliance-Gründen ausstieg, könnte beim Wiederaufbau interessant werden – aber nur unter klaren rechtlichen und finanziellen Bedingungen, so Kratochwill.
Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt er, wie sich Strabag auf künftige Marktverschiebungen vorbereitet, welche Märkte im Fokus stehen – und was in Deutschland schiefläuft.